„Famulus heißt Haussklave“

„Famulus heißt Haussklave“
Friedrich Engels so zu verkürzen, ist wirklich billig. Ich zitiere daher mal so, wie es Engels in dem genannten Buch prägnanter Weise wirklich gemeint hat: „Die erste Teilung der Arbeit … fällt zusammen mit der Entwicklung des Antagonismus von Mann und Weib in der Einzelehe“ (Marx/Engels, Bd. 21, Die Familie). Und weiter im Kommunistischen Manifest (von Engels und Marx): „Die bürgerliche Ehe ist in Wirklichkeit die Gemeinschaft der Ehefrauen“ (Marx/Engels, Bd. 4, Proletarier und Kommunisten). Und Engels wieder: „Famulus heißt ein Haussklave, und familia ist die Gesamtheit der einem Mann gehörenden Sklaven“ (Die Familie). Dieser Familie wurde dann die unterjochte Frau hinzu gefügt, und fertig war sie, die familia patriachalis. Also: die ernsthafte Auseinandersetzung mit Patriarchat, Klassengesellschaft und Ehe, welche sich im Übrigen wirklich anbietet, sollte mehr ergeben als eine völlig ungewichtete Aphorismensammlung. Denn auch, wenn sich die Frau vom „Eigentum“ der Männer angezogen fühlt, so wäre das Folge nicht Ursache, im Verhältnis von Eigentum und Einzelehe, und damit auch ein aktueller Beleg für die Evidenz des bürgerlichen Klassenstandpunktes in der „Soziobiologie“.

faz.net/Soziologie des Paares: Du sollst es sein!, 18.11.2010

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  • Von So untauglich wie das Gewissen eines Bourgeois am 20. November 2012 um 10:43 Uhr veröffentlicht

    […] dem Maße wie die geschlechtliche Beziehung zur Familie. „Famulus“, das war bei den Römern der Haussklave. Bei den antiken Griechen z.B. war die Ehefrau faktisch die erste Sklavin. Ohne Begleitung durfte […]

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