Die Dialektik zwischen Grass und Brecht

Die Dialektik zwischen Grass und Brecht
Das ist sehr bedauerlich, dass es zu diesem Interview nicht mehr gekommen ist. Man hätte ihm die so berechtigte wie notwendige Kritik an Axel Springer vielleicht dann auch als nicht minder notwendigen inneren Kampf abgenommen, ob seiner Selbstzweifel und der darin eingebetteten „Feigheit“. Bei dieser Gelegenheit habe ich etwas gestöbert und einen Artikel zu Grass und Brecht von Alan Posener aus dem Jahr 2006 in der Die Welt gefunden. Den ich gar nicht so schlecht finde; auch wenn ich als Marxist und Anhänger Brechts, Brecht, wie gehabt, in konservativen Blättern, falsch beurteilt sehe. Aber die darin aufgearbeitete Spannung zwischen beiden, finde ich, gerade aus der Perspektive einer Brechtschen Dialektik, und ob der eigentlichen Ignoranz gegenüber dieser Dialektik, wirklich anregend. Was mich dann auch zu einem Eintrag in meiner Facebookseite inspiriert hat:

Wenn auch aus konservativem Blickwinkel und auch nicht mehr ganz druckfrisch (aus 2006), so doch erfrischend facettenreicher als die aktuelle offiziöse Nachrufjubelprosa auf Grass. Und auch dies an Grass ablesbar: Wenn der deutsche Sozialdemokrat nach links über die Strenge zu schlagen gedenkt, gerät er in Konkurrenz zu rechten Antisemiten. Und hier stoßen wir auf Brechts Kritik des „Plebejers“.
Und was die Kritik an Brecht, insbesondere im Kontext des 17. Juni, anbelangt, die muss man den Konservativen wohl nachsehen. Denn 1. unterscheiden sie sich darin nicht wirklich von den meisten pseudolinken Statements, und 2. wissen sie es nicht besser. Wer kann Ihnen die schlichte Unkenntnis der Brechtschen „Küchendialektik“ verübeln, wenn die Dialektik überhaupt behandelt wird – nicht nur unter Konservativen, das wäre verzeihlich -, wie ein toter Hund
?“

welt.de/print/wams/kultur/article139749107/Grass-drueber

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