Die Taktischen Differenzen im kemalistisch-islamistischen Lager

Die Taktischen Differenzen im kemalistisch-islamistischen Lager
Das Plus für Erdoğan ist, dass der Kemalismus seit dem letzten Putsch der Militärs gründlicher desavouiert ist denn je. Deshalb ist es aus Sicht der Revolution so wichtig aufzuzeigen, wie eng die Bande zwischen Islamisten und Kemalisten ist. Es handelt sich aus Sicht deren Machterhalt lediglich um taktische Differenzen. Auch die Haltung des Westens liefert dafür die nötigen Indizien. Auch wenn Saudi Arabien sich zum wichtigsten Investor in der Türkei gemausert hat, bleibt das Schicksal der herrschenden Klasse der Türkei, jenes pragmatische Bündnis aus städtischer („laizistischer“) Handelsbourgeoisie und ländlichen (hauptsächlich sunnitischen) Großgrundbesitzern (was sich in den Parteien der Kemalisten – CHP/MHP – und in der islamistischen AKP wiederspiegelt), an den Willen der Nato gebunden. Und die Nato will – gegen eine Revolution der Arbeiter und Bauern gerichtet und im eigenen geopolitischen Interesse – einen gemäßigt auftretenden Islam, welcher den Kemalismus nicht entmachtet.

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