Der Kapitalismus musste Buße tun

Der Kapitalismus musste Buße tun
Der Begriff Soziale Marktwirtschaft suggeriert die Möglichkeit eines 3. Weges zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Da dies allerdings nur ein ideologisches Konstrukt ist, musste es scheitern. Denn es gibt keinen 3. Weg. Auch die Nazis postulierten ihren sog. Nationalsozialismus ja als 3. Weg. Wie sozial im Übrigen der Kapitalismus ist, hängt von den Klassenkräften ab. Und die Gründung der DDR bedeutete zunächst mal per se eine Schwächung der kapitalistischen Klassenkräfte. Der Sozialismus war nach dem Krieg eben alles andere als gescheitert. Der Kapitalismus hingegen musste „Buße tun“, angesichts seiner gerade niedergegangenen faschistischen Experimente. Richtig ist in der Tat, dass sich der Liberalismus mit dem Faschismus völlig blamiert hatte. Bewies doch der Faschismus, dass Marktradikalismus und Korporatismus bestens zusammenpassen. Und der Konservatismus hing am seidenen Faden der amerikanischen Besatzer. Der katholische Konservatismus. Denn dem protestantischen Konservativismus war mit der „DDR“ die Heimat unter dem Hintern weggezogen worden. Und der Begriff der sozialen Marktwirtschaft war dieser einmaligen historischen Schwäche der Kräfte des Kapitals in Deutschland geschuldet.

Dass der Sozialismus endgültig gescheitert sei, halte ich für ein Gerücht. Denn Kapitalismus bringt immer wieder den Sozialismus hervor. Was gescheitert ist, ist eine spezielle Formulierung dieses Sozialismus. Im Angesicht des Verfalls auch des Kapitalismus selber (die Legitimationskrise des Kapitalismus ist Ausdruck dieses Niedergangs), bedarf die Klassenkampfsemantik einer Überholung. Genauer: Es muss eine Klassenanalyse her, welche den Widerspruch zwischen dem transnationalen Kapital und den arbeitenden Klassen (im Weltmaßstab) konkreter formuliert. Welche Kräfte sind aktuell die Hauptkräfte der Revolution, welche die der Konterrevolution? Oder philosophisch formuliert: Wer oder was ist das revolutionäre Subjekt in der Epoche des Niedergangs des Kapitalismus?

blogs.faz.net/wost/2013/03/15/unsoziale-marktwirtschaf

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Ein Trackback

  • Von Verlieren die Reichen wieder mal nur ihr Gesicht? am 3. April 2013 um 23:54 Uhr veröffentlicht

    […] Spießer, das bleibt sich gleich. Angesichts der nunmehr ganz Europa heimsuchenden Legitimationskrise des herrschenden Kapitals, lässt sich nun rätseln: verlieren die Reichen wieder mal nur ihr […]

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