Wenn dem Subjekt die letzte Stunde schlägt

Wenn dem Subjekt die letzte Stunde schlägt
Schon Adam Smith beschwor die „unsichtbare Hand“, um ein unbeherrschbares Marktgeschehen zu bannen. Doch das Kapital, resp. das englische, war zu dieser Zeit noch optimistisch genug, um den eigenen düsteren Visionen nicht allzu viel Raum zu geben. Lagen doch die Weltmärkte teilweise noch unerschlossen zu dessen Füssen. Heute hingegen traut die Bourgeoisie nicht mal mehr ihren Orakelpriestern. Sie lassen sie schweigen. Ahnen sie gar, dass die Massen beginnen zu begreifen? Nicht dass den Massen dies ausbleibende „Gottesgeflüster“ nicht fehlen würde; im FAZ-Wirtschaftsblog wird das „Schweigen der Ökonomen“ schon angemahnt. Doch wer mag da noch glauben, ob all der Wahrheiten, die im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße liegen: wo Bankern Entlassungen angekündigt werden, da löst Gott persönlich sein Himmelreich auf. Die Finanzkrise ist zur psychologischen Krise geworden. Die Krise des Kapitals zur Krise des Subjekts. Wo Hoffnung die Gewissheit schlägt, schlägt dem Subjekt die letzte Stunde.

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