Wo die Geschichte sich selber erzählt

Wo die Geschichte sich selber erzählt
Nun ja, Leute, die was Besonderes zu erzählen haben, denken nicht selten auch, dass sie was Besonderes wären. Daher diese narzisstische Attitüde. Dabei liegt das „Besondere“ eben nicht darin, was sie sind, sondern was sie tun, bzw. wie sie es tun. Sie erzählen von Dingen, die so oder so ähnlich vielen anderen auch schon begegnet sind. Nur haben die es nicht der Mühe für wert gehalten, darüber zu berichten. Mehr erzählen wollen, als andere, darin begründet sich schon eine gewissermaßen andere Persönlichkeit. Man ist sozusagen per se etwas narzisstischer. Literatur wird es aber erst dann genannt werden dürfen, wenn darin weder der Arbeitsaufwand noch der Aufwand zur Pflege des eigenen Narzissmus zu erkennen ist. Wo also der Geschichtenerzähler hinter die Geschichte zurücktritt. Wo die Geschichte sich quasi selber erzählt. Ansonsten bleibt es Geschwätz.

faz.net/aktuell/feuilleton/autorschaft-das-ich-als-unverschaemtheit-15-03-12

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