Marx gegen Proudhon, oder: Wo die Götter Getriebene sind

Marx gegen Proudhon, oder: Wo die Götter Getriebene sind
Wo eine „Finanzindustrie“ die reale Wirtschaft scheint, da ist die „Transferunion“ deren politische Form. Die nationalen Binnenmärkte mutieren in dem Maße zum Weltbinnenmarkt, wie die Produktionsstätten (von realen Gütern, aber auch von gewissen Dienstleistungen) in die Pariaregionen – in eines Alberichs „Unterwelt“ – verbannt werden. In Wotans davon sauber abgetrennten „Kristallpalästen“ flanieren die Götter als nur noch konsumierende „Weltbürger“, umringt von virtuellen „Logen“. (Ein quasi selber schon virtuelles Gehege, denn nicht nur die „Umwelt“ ist hier rein von jeglichem Schmutz – jeder Substanz.) Und was dem Marketing in der Produktion bzw. bei der Verteilung der Produkte zugemutet wird, das leistet der „Transfer“ bei der Verteilung der Profite. Wie anders soll ein nicht produzierender Bourgeois „Binnenmarkt“ spielen? Also nicht eine „anthropologische“ Gier treibt die Krise, sondern ein Markt, in dem der Bourgeois den Bourgeois nur noch spielt. Wo die Götter Getriebene sind.

faz.net/aktuell/wirtschaft/schuldenkrise-staatendaemmerung-09-01-12

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Ein Trackback

  • Von Die Notwendigkeit des Sozialismus am 25. Mai 2012 um 20:50 Uhr veröffentlicht

    […] im Geiste. „Eigentum ist Diebstahl“ postulierte schon einer der Urväter des Anarchismus – Proudhon – und forderte das Bürgertum zu einer bürgerlichen Gesellschaft heraus, in der es kein Eigentum […]

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