Wofür steht Guttenberg?

Wofür steht Guttenberg?
Herr Freud hätte einem Bonaparte ganz sicherlich eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit bescheinigt, hätte er damals schon gelebt. Doch wird dieser „Gestörte“ historisch danach beurteilt, welcher politischen Strömung er entsprach. Und so sollten wir auch die Causa Guttenberg behandeln. Oder mal so formuliert: Wie gestört – narzisstisch oder anders – darf ein Klientel sein, rechts von der CDU/CSU, dass sich da an den Strohhalm Guttenberg klammert, wo ein gewisser Olaf Henkel das „Vakuum“ (Stern) in eben diesem Lager mit dem Immer-noch-Sozialdemokraten Sarrazin zu füllen hofft. Eine rechte Partei soll da kreiert werden, eine die dennoch „nicht antisemitisch“ wäre – ginge es nach Guttenberg. Ein gewagtes Unternehmen, denn nicht nur ein Sarrazin nähme das nicht so genau. Die deutschen Konservativen testen im Angesicht der Eurokrise aus, wie weit sie nach rechts gehen können, ohne sich vor einer internationalen Öffentlichkeit als antisemitisch zu blamieren. Und dafür steht Guttenberg – Henkel hin, Sarrazin her.

faz.net/aktuell/politik/inland/karl-theodor-zu-guttenberg-der-unheimliche-freiherr-02-12-11

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2 Trackbacks

  • Von Wo der Altruismus nicht mehr zureicht am 3. Dezember 2011 um 17:34 Uhr veröffentlicht

    […] politische Reflex auf all dies und jenes zeigt sich auch so: Der neue deutsche Nationalismus soll von Antisemitismus frei sein (denn letzterer würde einem die […]

  • Von Es bonapartistet am 4. Dezember 2011 um 16:52 Uhr veröffentlicht

    […] man sich auf den Tag vor, wo diese – ob des scheiternden Euros – obsolet sein könnte. Europas Konservative üben sich schon mal in der revolutionären Semantik – einer […]

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