Gründerjahre und Dekadenz in Einem

Gründerjahre und Dekadenz in Einem
Nach der Flick-Affäre 1980 dürfte es keinen Skandal gegeben haben, der die Käuflichkeit deutscher Politik(er) besser dokumentierte. Angesichts aber der nunmehrigen Bedeutungsnähe von „Finanzgeschäft“ über „Finanzkrise“ zu „Finanzbetrug“ – seit 2008 – wird die Flick-Affäre in den Bereich des Mythischen verwiesen. Doch der eigentliche Skandal ist, dass es Leute gibt, die das nicht als Skandal gelten lassen wollen. Ein Skandal nicht allein ob jenes skurril anmutenden Netzwerkes aus Politik (Schröder-Wulff), Finanzindustrie (Maschmeyer-Riester-Rürüp), Showgeschäft (Ferres-Scorpions) und Rotlichtmilieu (Hells Angels), sondern vor allem wegen eines neu aufscheinenden Bedeutungshorizontes. Stehen sie nun für sterbende („spätrömische“) Gesellschaften oder etwa gar für etwas ganz Neues und dessen „(Ur-)Verbrechen“ gewissermaßen. Das hat schon was von – und als Fan von Sergio Leone werde ich mir folgenden Vergleich wohl nie verzeihen – „Es war einmal in Amerika“. Gründerjahre und Dekadenz in Einem.

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3 Trackbacks

  • Von Loyal ist sie nur sich selbst gegenüber am 22. Dezember 2011 um 19:55 Uhr veröffentlicht

    […] ist sie nur sich selbst gegenüber Des Wulffs allzueifrige Loyalitätsbekundung für die Kanzlerin war mir immer suspekt (vgl.: “Einem […]

  • Von Die Verrohung der bürgerlichen Gesellschaft am 26. Dezember 2011 um 14:38 Uhr veröffentlicht

    […] Skandal, ob in Hannover, wo sie sich gewisser Mäzenen wie Maschmeyer oder Schröder, wenn nicht gar des Bundespräsidenten, sicher sein können, oder ob in Frankfurt, wo man jetzt mal (gnädigerweise) zwei ihrer Vereine […]

  • Von Es gibt kein Entrinnen am 26. Dezember 2011 um 19:50 Uhr veröffentlicht

    […] gibt kein Entrinnen Verwerflich sind Wulffs Kontakte zu Maschmeyer und Co (vgl.: „Gründerjahre und Dekadenz in einem“). Der „Privatkredit“ hingegen ist eigentlich nur peinlich. Zeigt dies doch wie kleinbürgerlich […]

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