Als ob die Dinge selbst die Macht ergreifen

Als ob die Dinge selbst die Macht ergreifen
Im Prinzip eine gute Darstellung, dennoch alles andere als eine seriöse Analyse. Mit dem polemischen Begriff „Diktatur des Kommissariats“ wird eine andere Richtung tendenziell in Frage gestellt, als die vorgeblich angegriffene. Die Nähe zu „Diktatur des Proletariats“ ist offensichtlich gewollt. Die Diktatur aus Brüssel, wenn es denn überhaupt eine solche ist, eine aus Brüssel, wäre eine Form der Diktatur des Kapitals. Des ganz großen, des Finanzkapitals. Mit dessen Finanzminister, vielleicht demnächst ein gemeinsamer in Europa, als Exekutor. Das ist die Richtung, wohin die Diktatur des Kapitals treibt. Diese Diktatur existiert längst. Als Diktatur der Klasse von Beginn an. Als Diktatur der Spitzen des Finanzkapitals auch schon sehr lange. Nach Lenin, in Anlehnung an Hilferding, nunmehr auch schon seit mehr als 100 Jahren. Und wir kennen auch die terroristischen Formen dieser Diktatur, in Form der Nazidiktatur z.B. Was wir aber noch nicht kennen, ist eine Diktatur, die kein Zentrum mehr zu haben scheint, kein Subjekt. Daher ist das mit „Brüssel“ so eine Sache. Sie erscheint nämlich als Macht der Sache, der Dinge, der Objekte – über das Subjekt. Gerade so, als wollten die Dinge, die der Warengesellschaft, selbst die Macht ergreifen.

faz.net/europas-zukunft-die-absolutistische-demokratie-27-09-2011

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