Gott wird den Menschen niemals einholen!

Bedauerlicherweise sträubt sich die FAZ gegen die Sendung des 2. Teils. Das ist schon ein Skandal. Denn nur aus diesem Teil ergibt sich auch der Sinn der Überschrift, wie überhaupt des ganzen Textes.
Diesen Beitrag poste ich nun das 3. Mal. Es ist unglaublich.

Gott wird den Menschen niemals einholen! 1. Teil
„Überhaupt sollten wir vielleicht gar nicht von Maschinen,sondern von Göttern reden.“ Das ist wohl der Satz, der uns misstrauisch machen sollte. Doch dass der „Entropie…mit neuer Energiezufuhr entgegenzuwirken (sei), lässt mich frösteln, ob der darin auftauchenden Metaphysik. Und wo dann forsch behauptet wird, dass „die Singularity (…) erst einmal ins Kosmische geweitet und in pure Energieströme aufgelöst, (…) die Lücke füllen“ werde, die er damit eigentlich selbst erst auftut, reizt die philosophische, nicht diese wissenschafts-esoterische Debatte. Nach Zizek ist die „Lücke“ das eigentlich Wirkliche. Und schließlich nur im dialektischen Spiel von Wesen und Erscheinung zeigt sie sich sowohl als solche als auch als das Wesen von der Erscheinung. Die Lücke ist dann Teil der Erscheinung, die die Unvollständigkeit eben jenes Wesens von dieser Erscheinung bezeugt. Und damit die Erscheinung selber zum übergeordneten „Begriff“ macht. Also in der Erscheinung zeigt sich der Begriff doppelt: einmal als unvollständiges Wesen, dann wieder als allumfassende Erscheinung. Eine Lücke schließen heißt somit das Reale in der Erscheinung vorstellen, nicht das Reale im Wesen verklären. Die Offenbarung der Lücke zeigt sich in der Unvollständigkeit des Noumenalen.

Gott wird den Menschen niemals einholen! 2. Teil
Und damit als „Aufhebung eines Widerspruchs“ im Phänomenalen. Keine neue Realität offenbart sich hier, sondern die ein und dieselbe in ihrer ganzen Lückenhaftigkeit, Wesenhaftigkeit wie Prozesshaftigkeit. In ihrer inneren Differenz, dann aber schon als Teil der Erscheinung. Das Wesen ist darin aufgehoben. Der Entropie mit neuer Energiezufuhr entgegen wirken, hieße die göttliche Kraft, die dem Menschen durchaus innewohnt zu externalisieren. Diese wiederum aus einem kosmischen Jenseits herzaubern. Hier aus der Maschine. Das energetische perpetuum mobile stellt die Fortsetzung jener jahrhundertelang gepflegten scholastischen „Dialektik“ dar, wie sie vor allem aus der katholischen Kirche heraus entwickelt worden ist. Der Weisheit letzter Schluss war dann das Reich der Engel. Auch darin werden die Potenzen des Menschen externalisiert. Der Zusammenschluss von Maschine und Mensch, vorausgesetzt, er gelänge, bringt nur wieder einmal die Unvollkommenheit der Wesenheit Gott ans Tageslicht. Selbst wenn dies nun auf die Maschine projiziert wird. Die Maschine bleibt das was sie ist, ein Werkzeug des Menschen/dessen gedankliches Konstrukt. Die Menschmaschine stellt nur eine neue Lücke zum Menschen dar. „Gott“ wird den Menschen niemals einholen.

faz.net/zukunftsforscher-ray-kurzweil-unsterblichkeit-fuer-alle

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2 Trackbacks

  • Von Im Besitz göttlichen Wissens am 17. Januar 2012 um 17:54 Uhr veröffentlicht

    […] Nihilismus”), sondern ein philosophischer Trick, der dem Liebenden den Zugriff auf die Welt des „Noumenalen“ erlaubt. Und nur darin erklärt sich die Magie der Liebe, welche doch als Phänomen längst […]

  • Von Das Kapital und die Entropie am 9. April 2013 um 22:27 Uhr veröffentlicht

    […] mir ein, was ich unter „Gott wird den Menschen niemals einholen“ (vgl. mein gleichnamiger Leserbrief zur FAZ vom 08.08.2011 zu Ray Kurzweils Visionen – „Unsterblichkeit für alle“) geschrieben […]

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