Selbstgesetzter Grabstein

Selbstgesetzter Grabstein
Die Bundeswehr, insbesondere aber auch gerade diese Truppe aus Bad Reichenhall – und das möchte ich jenen Hurrapatrioten aus dem rechten Lager ins Stammbuch geschrieben haben – demonstriert hier vor aller Öffentlichkeit, wie ihr martialisches Getue den Mangel nur an jenen Tugenden zu kaschieren sucht, auf die eine Kriegertruppe so gerne rekurriert: die sog. Kampfestugenden. Tugenden wie sie uns in antiken Bildern vor Augen schweben mögen. Das von der Wehrmacht verübte Massaker an just den Einwohnern, die da 60 Jahre später von einer Truppe geschützt werden sollten, die sich alleine durch ihren Namen in eben genau diese Tradition zu stellen sucht, wird doch erst wieder gegenwärtig, angesichts des nunmehr 2-maligen völligen Versagens eben genau dieser Truppe, bei einer ihnen zugeteilten sog. Friedensaufgabe. Die Einwohner im Kosovo wurden so wenig verteidigt, wie das Ehrgefühl der Afghanen respektiert. Das mag schon wieder Geschichte sein. Doch dieses lächerliche Geprahle vor unschuldigen wie auch unwissenden Kindern ist nicht nur an Geschmacklosigkeiten kaum zu überbieten, sondern eben auch genau jener Gedenkstein, den sich diese Truppe nun selber gesetzt hat. Vielleicht wird er ihr Grabstein.

faz.net/Bundeswehr: Skandal!? – 08.06.2011

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