Ausgebüxt aus dem Giftlabor

Zu diesem Beitrag muss ich folgendes feststellen: Am Tag der Veröffentlichung schickt mir ein Freund eine Email, in der ein Artikel von einem gewissen Udo Ulfkotte – vom 3.06.2011 – eingefügt war, mit dem Titel: „Ehec-Rätsel gelöst? Informationen über ein geheimes B-Waffen-Forschungsprojekt der Bundeswehr.“
Nun hatte ich von diesem Artikel bis dato keine Kenntnis. Hingegen aber eine gewisse Kenntnis über diesen Herrn. Ich habe daraufhin den Artikel gegoogelt und lande auf der Website des Koppverlages.

Auch dieser Koppverlag war mir bekannt, dennoch war mir nicht bekannt, dass dieser Ulfkotte inzwischen darin eine so wichtige Rolle spielt.
Ein wenig erstaunt war ich auch darüber, dass ausgerechnet nun jener meine Vermutung bzgl. der Herkunft des EHEC-Bakteriums irgendwie zu bestätigen, ja gar zu übertreffen, scheint. Zumal er den Eindruck macht, dass er – im Gegensatz zu mir – über entsprechende Informationen verfügt.

Wie auch immer, neugierig geworden, las ich weiter, und kam so zu dem Artikel udo-ulfkotte/unrechtsrepublik-deutschland-muslimische-vergewaltigung-einer-elfjaehrigen-landgericht-osnabrueck.html. Nun war mir alles klar.

Wer ist dieser Ulfkotte, und was ist der Zweck solcher Beiträge? Ein rechtsradikaler Provokateur, welcher schon 1989 von Erich Schmidt-Eenboom als „Undercover“ – Aktivist des BND (vgl. „Undercover – Der BND und die deutschen Journalisten“, Verlag Kiepenhauer und Witsch) enttarnt wurde. Schmidt-Eenboom befasste sich mit dem damaligen FAZ-Redakteur (mittlerweile ist er bei der BILD) gleich auf mehreren Seiten (S. 51 ff., S. 65, S. 92, S. 250, S. 314).

Ich selbst neige dazu, Namen wieder schnell zu vergessen. Diesen aber habe ich mir gemerkt. Als im letzten Jahr in Köln eine „antiislamistische Demonstration“angemeldet werden sollte, tauchte doch dieser Ulfkotte wieder auf. Er war derjenige, der diese Veranstaltung schon im Holland anzumelden versucht hatte, dort aber scheiterte. Nun wiederholte er das Spektakel wie gesagt in Köln.
Die Aufmachung dieser ganzen Veranstaltung hatte etwas provokantes, so ähnlich wie dieser Beitrag zur „Vergewaltigung einer 11-Jährigen“.

Nicht, dass es mir fernstünde, solches ebenfalls zu verurteilen, soweit es denn tatsächlich stattgefunden hat. Dass deutsche Richter hin und wieder die Scharia als Rechtsgrundlage annehmen wollen, ist auch mir nicht neu. Gerade in Frankfurt/Main gab es vor einigen Jahren einen diesbezüglichen Versuch. Nur hat solches nicht wirklich Bestand. Eine abschließende Recherche gerade in solchen Fällen, dürfte zutage bringen, dass solche Urteile natürlich angreifbar sind, und auch angegriffen werden. Mitnichten sind sie aber ein Beleg für eine tendenzielle, nämlich wie hier unterstellte, Muslimenfreundlichkeit deutscher Rechtspraxis. Das Gegenteil dürfte der Fall sein, was im Übrigen durch solche Urteile eher noch bestätigt wird. (Es würde mich nicht wundern, wenn Richter, die versucht sind, die Scharia für Muslime anzuwenden, derselben politischen Richtung angehören, wie dann jene Journalisten – wie Ulfkotte -, die das dann auf solch schäbige Weise kommentieren. Solche Urteile sind Schandurteile, gerade auch im Hinblick auf die muslimische Bevölkerung, die da verhöhnt wird. Und selbstredend gehören solche Urteile kassiert, und nach meiner Auffassung eben auch solche Richter gleich mit. Das sind Provokateure, keine Richter.)

Aber wichtiger noch als das Hochspielen solcher zweifelhaften Fälle, will mir doch die darin geübte Sprache erscheinen. Diese nämlich verrät ihn. Sie ist hetzerisch, ja volksverhetzend (und es erstaunt, dass ihm das so durchgehen darf!?), denn sie zielt auf die Diffamierung der muslimischen Migranten ganz generell ab. So nebenbei auch noch auf die der „Zigeuner“, welche bei ihm allerdings ohne Anführungszeichen da noch mit einbezogen werden. „Muslime und Zigeuner“, schlimmeres gibt es wohl nicht. So hört sich das bei ihm an. Ich zitiere nur einen Satz – bei weitem nicht der übelste, das kann ich Ihnen versprechen: „Die 11-Jährige aus Lübeck wollte aber keinen Geschlechtsverkehr mit dem asozialen Analphabeten, der nach Angaben des Osnabrücker Landgerichts nicht die deutsche Sprache lernen und sich hier auch nicht integrieren will“. Ein Rechtsradikaler, ein Provokateur, wohl immer noch im Dienste gewisser Dienste. Das steht für mich fest.

Und woher kommt nun dies Interesse daran, ausgerechnet die Bundeswehr zu „entlarven“? Schauen wir uns diesen Artikel mal genauer an. Auch hier zitiere ich nur einen Satz: „Denn die Bundeswehr unterhält ein streng geheimes B-Waffen-Forschungsprojekt, um deutsche Soldaten bei Auslandseinsätzen in Afrika vor mutierten Bakterien zu schützen.“ Wird da was entlarvt? Und auffallend diese geradezu devote Freundlichkeit in der Sprache (welch ein Unterschied zu dem „asozialen Analphabeten“). In der Absicht, die deutschen Soldaten gegen den biologischen Krieg von „Terroristen“ zu wappnen, wird der Bundeswehr hier wohl ein kleiner Unfall unterstellt. (Es wird aber nirgendswo wirklich solches behauptet!) Im Auftrag des biologischen Verteidigungskrieges wäre ein solcher ehe ein vernachlässigbarer Kollateralschaden. Nicht wahr, Herr Ulfkotte?

Hier tut der Rechte mal so, als wäre er ein linker, sprich: investigativer Journalist. – Gegen das System natürlich. Damit verschafft er sich nicht nur eine Eintrittskarte in die „Linke Szene“ (wer weiß, ob das nicht gar sein Auftrag ist?), sondern desavouiert diese zugleich. Von Linken verfasste Beiträge zu solchen Themen und bezüglich solcher Gegner – wie z.B. jetzt auch der meinige -, wären damit per se einer rechtslastigen Verschwörungstheorie verdächtig.
Ein zweischneidiges Schwert führt dieser Bursche. Wo lernt man solches wohl?

Heißt das nun, dass meine Vermutung bzgl. des ausgebüxten Bakteriums nun eine falsche sein muss? Es ist ehe nur eine Vermutung. Beweise liegen mir diesbezüglich nicht vor. Ich stütze mich dabei nur auf logische Kategorien. Und ich werde mich hüten, solch eine pseudoinformativ/pseudoinvestigativ gehaltene Veröffentlichung eines vermutlichen BND-Agenten als Quelle nachzuschieben. Sie ist nichts wert. Im Gegenteil: sie ist vergiftet. Nichtsdestotrotz scheint mir meine Vermutung dadurch nicht abwegig, wenn auch abwegig, sprich: provokativ, kommentiert.
Könnte doch genau solch eine Provokation darauf abzielen, diesbezügliche Vermutungen schon im Keim denunziert zu haben, ob der hinterlassenen Handschrifft nun jenes Ulfkotte.

Ausgebüxt aus dem Giftlabor
In Hamburg gibt es doch ein bakteriologisches Institut. Warum startete man die Suche nicht gleich dort? Oder ist es genau dieses, was es zu verbergen gilt? Ist es denn niemanden aufgefallen, dass hier angeblich Bakterien zu Killerbakterien mutiert sein sollen, bzw. sich diese Mutation aus den Genen zweier eigentlich relativ harmloser Bakterienstämme ergeben haben soll, wo es in der Natur diesbezüglich noch kein Vorbild zu gibt? Rindermägen quasi als eine Art Giftlabor?! Das will ich nicht glauben. Vielleicht haben sich hier Bakterien auf die Reise gemacht, die auf ganz andere Art entstanden sind, als wie bisher behauptet?

faz.net/Ehec-Krise: Auf den Spuren des Erregers, 04.06.2011

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