Das Kalkül des Gerontokratenregimes

Dass ich diesen Beitrag nun das 2. Mal posten muss, spricht Bände. Ganz offensichtlich will die FAZ diese Debatte nicht. Und das, obwohl das Thema sehr sachlich abgehandelt wird.

Das Kalkül des Gerontokratenregimes, Teil 1
@Alois Schneider: Trittin war während seiner Studentenzeit Mitglied des Kommunistischen Bundes (KB-Nord), nicht Mitglied und schon gar nicht „Kader des KBW“ (Wiki). Auch wenn Kader des aufgelösten KBW später dann auch bei den Grünen, nicht wenige bei der SPD, unterkamen, kann man die Geschichte nicht einfach nur von gewissen und dabei nicht selten zufälligen Ergebnissen her beurteilen. Mag sein, dass Sie das nicht sonderlich interessiert. Aber es interessiert den einen oder anderen Leser vielleicht, wie hier permanent „Informationen“ vom Hörensagen kolportiert werden und dabei das Wesentliche zu kurz kommt. Nicht zufällig dürfte es nämlich sein, dass die politische Vitae von kleinbürgerlichen Politikern eine gewisse Richtung aufweist. Die meisten dieser Kommunistischen Parteien oder Bünde, die sich da in 70ern zur Vorhut der Arbeiterklasse erklärten, waren kleinbürgerliche Projekte. Die Auflösung solcher Gruppierungen in die „Mutterpartei“ des Kleinbürgertums, den Grünen, als Nachfolgeprojekt der „Spontis“, war fällig, als – aus der Perspektive dieser Kleinbürger – sich der Konkurrenzkampf mit der Arbeiteraristokratie (SPD, DKP/“KPD“, SED) um die Führung der Arbeiterklasse, mit der Übernahme der DDR durch das westdeutsche Kapital, als obsolet erwies.

Das Kalkül des Gerontokratenregimes, Teil 2
Der Pseudomarxismus der Arbeiteraristokratie stellte keine attraktive ideologische Basis mehr dar. Aus der Perspektive der Grünen stellt sich die Frage nur noch, ob ihre klare Hinwendung zum Großkapital diesem selber glaubwürdig genug erscheint. Mag sein, dass ein Trittin diesbezüglich Unklarheiten hinterlässt, doch wenn ja, dann ganz gewollt. Denn seine Funktion ist genau auf die Teile der Parteibasis zugeschnitten, denen die Grünen noch als „linke Partei“ gelten (wollen). Aber obwohl er der typische Vertreter jener arbeiteraristokratischen Richtung innerhalb des Kleinbürgertums sein mag, ist er flexibel genug, um diese Hinwendung zu überleben. Unbeugsam ist nur sein Machtinstinkt, ansonsten ist er flexibel wie jeder Bürokrat. Und auch wenn die Grünen die „Linke“-Konkurrenz damit vielleicht klein zu halten verstehen, dürfte das der Jugend, welche da gerade nach einer neuen Identität strebt (und sich dabei auch nach „links“ orientiert), nicht mehr hinreichen, um diese Partei von den üblichen bürgerlich-patriarchalischen Gerontokratenregimes zu scheiden. Dennoch liegt genau darin das eigentliche Kalkül der bürgerlichen Herrschaft. Die Grünen sollen die rebellisch gewordene Jugend noch einmal an das Ancien Régimes ketten.

faz.net/Debatte über Brennelementesteuer:Trittin spricht von „politischer Korruption“, 26.05.2011

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