Den Gewerkschaftsbossen treibt nichts die Schamröte ins Gesicht

Den Gewerkschaftsbossen treibt nichts die Schamröte ins Gesicht
Dass ausgerechnet die Gewerkschaftsbosse die Zahlentrickserei der Arbeitgeberseite zu bestätigen suchen, verwundert eigentlich nicht, dennoch verärgert es – hoffentlich nicht nur mich. In der Tat haben die deutschen Gewerkschaften längst ein Legitimationsproblem, sind sie es doch, die in den letzten Jahren, insbesondere aber auch in der Krise, den Arbeitnehmer zum Lohnverzicht gedrängt haben. Dennoch sind die Zahlen selber der eigentliche Skandal. Längst weiß die Öffentlichkeit, dass statistisch ermittelte Inflationszahlen in keinster Weise in Bezug auf die Lebenslage der Massen (Lohnarbeiter, Rentner, Transferleistungsbezieher, Schüler und Studenten und auch nicht wenige „Kleinunternehmer“) anzuwenden sind. Nimmt man die Lebenshaltungskosten, wie sie die unteren Einkommensbezieher betreffen, dann sind Inflationszahlen von 4 % und mehr anzusetzen, denn das sind die realen Steigerungen bei Lebensmitteln und weiteren unverzichtbaren wie auch ständig zu verbrauchenden Haushaltskonsumgütern. Und ganz besonders die Energiekosten, deren Steigerungen seit Jahren konsequent – auch in der Krise ungebrochen – bei wenigstens 6% liegen, treiben wohl den Massen die Tränen in die Augen, doch den Gewerkschaftsbossen ganz offensichtlich nicht die Schamröte ins Gesicht.

faz.net/Inflation: Mageres Tarifplus im Aufschwung, 29.04.2011

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