Dantes „schwarze Messe“ für die Herrschenden

Dantes „schwarze Messe“ für die Herrschenden
Dante steht für mich für das Mysterium des Geistes schlechthin. Auch einen Hafiz könnte man da hinzustellen. Das wäre das west-östliche Tandem, ähnlich dem, welches die Realität überhaupt verknüpft, mit dem Denken, gleichermaßen metaphorisch, so wie das „west-östlich“ selbst, denn gefangen in dessen allegorischen Traumbildern. So ist doch auch die Vorstellung eines „Letzten“, eines „Ausweges“/“Jenseits“, eines „Dings“, mehr Allegorie, mehr Irrweg, als ein Beleg für eine alles durchdringende Geisteskraft. Ob der Unmöglichkeit des Menschen ein solches überhaupt zu denken, schaut er in das eigene „Graun“. Wir schauen in das Dunkel unseres Nichtwissens. Gleichermaßen in das Dunkel einer fernen „Unendlichkeit“, die wir uns nur als ein „Jenseits“ vorstellen können, vielleicht als ein Paradies, ob der bekannten irdischen „Hölle“. Und wovon ein „Diesseits“ eben durch unseren Horizont getrennt ist.

Doch ist Dante auch ein Beispiel dafür, wie die Vorstellungskraft dieses Dunkel füllt. Mal mit bunten, mal mit schwarzen Bildern. Seine Göttliche Komödie könnte man auch als eine Anspielung betrachten, nämlich darauf, wohin die Abwesenheit von Geist treibt. Denn wo die reine Leiblichkeit regiert, somit die Leichtigkeit der Vorstellungskraft fehlt, regiert die tumbe Schwerkraft. Eine schwarze Messe für gewisse Päpste, wie andere damalige Prominente, die da ob dieser Schwerkraft gleich in die tiefste Hölle fallen. Also füllte er die Vorstellungskraft seiner Zeitgenossen, mit reichlich buntem wie schwarzem Material, um die Welt zu „erleichtern“. Sie „leichter“ zu machen. Sie zu durchgeistigen. Sie geistiger zu machen.

Fegefeuer, Hölle, Paradies ein in sich geschlossenes, doch letztlich auch wieder offenes Universum. Das Paradies lockt da, noch als Teil des „Graun“, dennoch schon auch als Ausweg. Somit wieder eine Allegorie auf die nicht vorstellbare Beziehung von Unendlichkeit zur Endlichkeit. Die Vorstellung bzgl. eines expandierenden, ja vielleicht gar gleichzeitig sich „zusammenziehenden“ Universums (man müsste sich nur die Beziehung zwischen Mikro- und Makrokosmos entsprechend modifiziert denken, nämlich als die paradoxen Antipoden, die kein Anfang und kein Ende zulassen, da in sich verschlungen, in einem zeitlos zu denkenden „Hyperraum“, gab es zu seiner Zeit noch nicht. Galileo, Kepler und erst Einstein waren als Götter noch nicht entdeckt. Und in noch weiterer Ferne waren die modernen Stringtheoretiker.

Die Gleichung eines Brian Green R (der Radius eines expandierenden Universums) = 1/R (= dem eines sich zusammenziehenden) war fern jeder nur denkbaren Vorstellungskraft. Ist doch die Betrachtung durch die theoretische Physik hindurch zu einem „eleganten“ Bild von dieser Welt ( „Das elegante Universum“), nicht mehr oder weniger paradox, wie die eines Dante, von den „neun Kreisen der Hölle“ zu den „sieben Kreisen eines Purgatorio“, und von da aus zu den „neun Sphären des Paradieses“. Schaun wir da doch immer nur auf eine Welt ohne Anfang und ohne Ende, welche doch begrenzt ist – durch unseren jeweiligen Horizont.

Auch in diesem Sinne: weiter so!
Apropos schließen des Blogs. Da habe ich wohl was versäumt. Will mich da jemand aufklären? Ich, als gewöhnlicher Leserkommentator spüre auch einen deutlichen Stimmungswandel in der FAZ. Die Zensur wird so allmählich dichter, wenn auch undurchsichtiger. Man zensiert Zeugs von mir, wo ich nur drüber lachen kann, Kinderkram zum Beispiel, und wieder anderes geht durch wie Butter. Und so ganz nebenbei stechen auch einzelne Redakteure/Redakteurinnen (!) negativ hervor.

Dons Klassenkampf von oben scheint bestens zu funktionieren. Aber wie gesagt: gerade der gemeinste Zensor ist der zuverlässigste Lektor.

Auch in diesem Sinne: weiter so!

Der Steuerknüppel ward so zu eines Männchens stärkstem Attribut
Da das Thema hier noch nicht abgeschlossen ist, und ich folgenden Beitrag bei Schirrmacher selber nicht unter zu bekommen vermochte (zweimal habe ich es versucht; und dass er so empfindlich ist, politisch, hätte ich ihm nicht zugetraut, aber vielleicht ärgert er sich auch nur, weil es mir nun doch noch gelungen ist, meine, von ihm seinerzeit unterdrückte „Walserkritik“, bzgl. dessen Antisemitismus nämlich, und einer diesbezüglichen Schweigepflicht bei der FAZ, unterzubringen, in seiner Zeitung, und ausgerechnet in Thomas Strobls „Plauderblog“. Aber ich sagte es ja schon: die Luft wird dünner, sprich: die Zensur immer nervöser, bzw. auch lächerlicher, oder gar kleinlicher).

So stelle ich Ihnen hier diesen Beitrag zur Verfügung. (Im Original ist er in 2 Teilen gesendet worden).
Ergänzen, bzw. vorweg stellen, möchte ich die dort von mir noch zurück gehaltene Bemerkung, dass nämlich die „2. technische Fehlentwicklung“, die des Verbrennungsmotors (lieber Don, Sie verzeihen mir hoffentlich diesen Generalangriff auf eine solchermaßen von mir damit in Frage gestellte ethische Grundlage auch für Ihr Hobby, ich meine das sicherlich nicht persönlich!), die Verwahrlosung der sozialen Beziehungen noch mit sich brachte. (Mit dieser kulturkritischen, eigentlich wertkonservativen Einschätzung, dürfte ich dann aber doch wieder auf Ihrer Linie liegen, oder?)

Zwischenmenschliche Kommunikation (Intersubjektivität, wie Husserl sagen würde) verkam zum Exhibitionismus besonderer Art. Vorgeführt werden aber nicht nackte Körper, oder gar sich in erotische Beziehung verstehende „soziale Wesen“, sondern nur erotischen Fantasien entstammende Blechkörper. Wenn es einen ganz dinglichen Hinweis gibt auf den „Fetischismus in der Warenform“ (vgl. Karl Marx/Das Kapital), dann doch genau diesen. Nur mit der entsprechenden PS (wohlgemerkt: „Pferdestärke“, auf den begrifflichen Rückgriff auf einen diesbezüglich vielleicht auch ganz sinnlichen Fetischismus, sei verwiesen) und dem dazu gehörigen „erotischen Fahrwerk“ unterm Hintern, ist man zu dieser Gesellschaft überhaupt noch zugelassen (auch das sexuelle Attribut einer Frau, nämlich ihre Formen, wird seitdem mitunter unter den Begriff „Fahrwerk“ subsumiert).

Jeder anderer Kommunikationsversuch wird sogleich als „unpassend“ entlarvt. (Manche erinnern sich vielleicht noch, wie ich mal versuchte, das Thema „Wohnmobil“ in diese erlauchte Runde einzuschmuggeln, und wie ich da als „Alien“ gewissermaßen schnell erkannt war. Und das, obwohl auch ein Wohnmobil nur mit einem Motor mobil ist, somit unter die diesbezügliche Fetischismuskritik selbstredend auch fällt. Doch ist hierbei eben der Motor nur Nebensache, denn nicht sein hervor tretendes Attribut (hingegen das Fahrrad vielleicht am Heck des Wohnmobils). Wie auch immer: ein Wohnmobil bewegt sich unterhalb der Klasse, die da unter sich sein will.)

Dass das gewissermaßen patriarchalische Attribute überhaupt verstärkt, jener Motorfetischismus, dürfte auf der Hand liegen, in der Hand, gewissermaßen. Der Steuerknüppel ward so zu eines Männchens stärkstem Attribut. Nun zum inkriminierten Text:

Das Erpressungspotential der Atomkraft gegen die „sozialen Mächte“ (So die Originalüberschrift)
Es gab gleich zwei gigantische technische Fehlentwicklungen, welche nicht nur die Umwelt des Menschen so nachhaltig schädigten, wie nur irgendwie denkbar, sondern auch deren Zusammenleben pervertierten. Das eine ist die Atomkraft. Was ihr ökonomischer Nutzen angeht, dürfte sie von Anfang an von zweifelhaftem Wert gewesen sein. Mehr noch aber als Bombe, als Waffe. Selbst die ersten und zugleich letzten Einsätze dieser Bombe, nämlich in Hiroshima und Nagasaki, waren als solche schon überflüssig gewesen. Die japanische Armee lag bereits am Boden. Auch wenn sie sich selbst das nicht eingestehen wollte. Aber auch in zivilisatorischer Hinsicht hat sich die Bombe nicht bewährt – vom ökonomischen Einsatz wollen wir gar nicht reden. Dass die Bombe den Krieg „der Welten“ sozusagen verhindert hätte, ist nach dem Massensterben eines 2. Weltkrieges – ohne diese Bombe -, nur ein wohlfeiles Märchen. Wer heute noch einen 3. Weltkrieg anzettelt, mit oder ohne Atombombe, muss verrückt sein. Es wäre das sofortige Ende des Kapitals.

Also leistet man sich fortgesetzt kleinere Kriege, um mit möglichst „kleinem“ Einsatz, das zu erreichen, was dieser „große“ für zu gefährlich erscheinen lassen will. – Nicht wegen der Atomkraft, nein: wegen der Kraft der sozialen Mächte, die dann in Bewegung gerieten. Die zweite technische Fehlentwicklung war die des Verbrennungsmotors. Auf diesen geht nicht nur nur die bereits begonnene Klimakatastrophe zurück, sondern auch die Herausbildung eben
jener wirtschaftlichen wie politischen Mächte, die die Welt nicht nur in Atem halten, wenn irgendwo ein Atomkraftwerk explodiert. Die Energiegiganten, welche ihre Macht ursprünglich auf Kohle und Stahl begründeten, monopolisieren nunmehr den gesamten Energiemix, den es gegenwärtig zu beherrschen gilt. Und diese Macht ist es, welche auch die Atomkraft weiter am Leben hält. Denn sie ist längst das Erpressungspotential eben gegen genau jene „sozialen Mächte“, die zu entfesseln, man so fürchtet.

Des Protestanten Lust wie des Katholiken Gier
@Don Alphonso: Auch wenn das jetzt wieder so ein Schlag in die Gerüchteküche ist. Aber, ich denke, dass die Protestanten nur einmal Lust haben – beim Geldzählen (oder beim Zählen ihrer Nebeneinkünfte, manchmal auch beim Zählen ihrer Kinder, was letztlich aufs selbe hinaus läuft). Abgesehen davon rekrutieren sie aus ihren Reihen die Prototypen des deutschen Patriarchen, manchmal aber auch die schrägsten Vögel, wie Westerwelle zum Beispiel, die Betriebsunfälle des Patriarchats gewissermaßen. Auch so ein Kandidat, der seine Nebeneinkünfte zählen muss. Allerdings repräsentieren sie eigentlich nur die kleinen Gierhälse, denn die großen sind die katholischen Kirchenfürsten. Die verspeisen mit derselben Lust ihre Pfründe, wie sie ihre Gemeinde vernaschen. (Ich will das jetzt nicht näher beschreiben, aber ich denke, wir haben uns verstanden, nach so gewissen Skandalen).

Die Seuche und die Zumutung
@Plindos: Natürlich habe ich es manchmal nötig, auch nur aus Spaß zu schreiben, oder auch aus Ärger. Solche Statements sind natürlich niemals mehr als bestenfalls die halbe Wahrheit. Und eine Gerüchteküche, die man vorweg bestätigt, minimiert solch halbe Wahrheit noch einmal. Doch meine Aversion gegen die katholische Kirche kommt wahrlich aus ganzem Herzen, insofern durfte das mal gesagt sein. Und diesbezüglich habe ich nichts zu relativieren. Die katholische Kirche ist so eine Seuche, wie die protestantische eine Zumutung ist. Und das ist für mich keine halbe Wahrheit.

Wo der Spießbürger zum IM wird
@Filou: Ich war ja auch katholisch. Aber nie sehr gläubig. Das war niemand bei uns in der Familie. Überhaupt ist das mit dem Glauben bei den Katholiken weniger ernst zu nehmen, als vermutlich bei den Protestanten. Die Katholiken lieben das Theater, die Rituale, die Farben, vielleicht gar die Musik in den Kirchen. Hin und wieder auch das Geschwätz des Pfarrers. Sie suchen einen Grund, sich wenigstens einmal die Woche festlich anzuziehen. Man will sehen und gesehen werden, manche in der Kirche, andere in der Dorfkneipe um die Ecke. Die Katholiken sind, wenn sie nicht geborene Opportunisten sind, wohl Agnostiker. Sie gehen auf Nummer sicher. Am Ende weiß man ja nicht, ob es da nicht doch noch eine Hölle gibt.
Und ich gestehe es: auch meine Art Marxismus ist nicht wenig katholisch geprägt. Auch ich habe so ein paar Hintertürchen. Selbst auch mein „Marxismus“ hat etwas häretisches, auch dort suche ich die Außenseiter, die Kritiker. Ich denke, bei den Protestanten geht das so nicht. Daher ist auch jener DDR-Sozialismus so erbärmlich gescheitert. Nämlich an demselben Doktrinarismus, der auch schon dem preußischen Protestantismus so anhaftet. An jener Spießbürgermentalität, die solch Rechtgläubige zu den geborenen IMs hat werden lassen.

Auch wenn der Katholik zum Revoluzzer wird, meint er es ernst, aber niemals so bierernst wie ein Protestant. Er wechselt ja nicht wirklich seine Überzeugungen, sondern nur seine Ansichten, seine Argumente, seine Draufsichten. Im Innern war er immer schon derselbe. Ein Bazi eben. Der Prototyp des katholischen Revoluzzers ist für mich übrigens Oskar Maria Graf. Ich erwähnte ihn schon. Und wenn ich ganz ehrlich mit mir bin, dann fühle ich persönlich eher anarchistisch als kommunistisch, so wie Graf auch. Nur die anarchistische „Theorie“ überzeugt mich nicht. Die hat keine Stringenz. Sie ist so wachsweich wie der Protestantismus verhärtet.

Nur die Interessen zählen
@bertoldIV: Sie haben völlig Recht. Aber das betrifft dann weniger die Frage des Glaubens als des Interesses.

Der Zynismus als die Kehrseite der „Vernunft“
Auch den folgenden Beitrag hat die FAZ nicht gesendet (vgl.: herold-binsack.eu). Und da der Appell an die Vernunft auch hier, trotz einer gewissen zur Schau getragenen „Abgeklärtheit“ zu vernehmen ist – ist doch der Zynismus nur die Kehrseite des Glaubens an die Vernunft -, möchte ich Sie damit konfrontieren:

Die Klasseninteressen bedingen die sprachlichen Codes/den semantischen Horizont (Originalüberschrift)

In der Tat erscheint mir hier eines Wittgensteins „semantische Philosophie“ als die Todesfalle. Und somit dieser Selbstmord als so dramatisch wie sinnlos, aber auch paradigmatisch. Mit Adorno wurde der „Marxismus“ in Deutschland sukzessive von seinen hegelschen Ursprüngen) getrennt (und damit von einem Weltverständnis, das sich von „semantischen Grenzen“ nicht beeindrucken lässt). Seitdem herrscht in gewissen linken Schulen Nabelschau vor, nicht Weltbetrachtung, schon gar nicht Weltveränderung. Der Versuch, das kantsche „unerkennbare Ding an sich“ doch noch zu einem „erkennbaren Etwas“ werden zu lassen, ohne den „Umweg“ über das „Ding für sich/für es/für uns“ (bei Hegel „Erfahrung“/Phänomenologie des Geistes, bei Marx „gesellschaftliche Praxis“/Feuerbachthesen), erweitert nicht ein „geistiges Reich“ (Hegel), sondern den semantischen Irrgarten. Eine „gemeinsame Sprache“ finden zu wollen, ausgerechnet mit der Klasse, die mit Hilfe eben dieser Atompolitik die Welt zu beherrschen sucht, ist so unglaublich romantisch wie eben auch so fern jeder marxistischen Einsicht. „Die Vernunft“, soweit es eine solche gibt, oder nennen wir es besser: das „Weltverständnis“, ist fest eingebunden in die Klasseninteressen, die wiederum die sprachlichen Codes bedingen.“

faz.net/blogs/stuetzen/archive/2011/04/01/die-eschatologie-des-strahlenfeuers

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  • Von Der Kosmos ist nur dialektisch zu begreifen am 8. April 2011 um 19:35 Uhr veröffentlicht

    […] Greensche Gleichung („Das elegante Universum“) R = 1/R verstehe ich daher so, dass, während der sog. Makrokosmos expandiert, der Mikrokosmos dies auch […]

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