Seit wann wäre eine Revolution kein Asylgrund?

Seit wann wäre eine Revolution kein Asylgrund?
Was der Westen insgeheim sich wünscht, ist die Fortsetzung der bisherigen Politik mit anderen Mitteln (und anderen Köpfen), nicht der Sieg in der Volksrevolution. Heuchlerisch ist daher der hier vorgegebene Glaube an den „Sieg der Revolution“ (vgl. mein: „Je tiefer die Revolution, desto höher ihr Niveau“). Wo doch vermutlich alles getan wird, genau einen solchen zu verunmöglichen. Und womöglich haben die hier angekommenen Flüchtlinge genau diesen Braten gerochen. Solidarisch wäre das wohl nicht, aber eben nicht lebensfremder als die unsrigen Hoffnungen, die falschen wie die echten. Die Solidarität kann man ehe nicht erzwingen. Es wäre die Sache der revolutionären Bewegungen (und Regierungen, falls es die hoffentlich bald gibt) dort, ihren Landsleuten einen berechtigten Grund dafür zu geben, eben dem Bürgerkrieg nicht den Rücken zu kehren. Und auch wenn wir hier die Motive der Flüchtlinge bewerten, gezwungenermaßen, sind es doch letztlich nur die Asylgründe, die wir zu beurteilen haben. Wobei wir uns allerdings davor hüten sollten, diese allein deswegen zu bezweifeln, weil doch eine Revolution Hoffnung ab Abhilfe schüfe. Wie kommen wir eigentlich dazu?

Mubarak – ein Sozialist?
@TomderAffe: Darauf haben wir jetzt wieder gewartet, nämlich dass diesen Mubaraks, Gaddafis oder Ben Alis eine Nähe zum Sozialismus angedichtet wird. Aber natürlich: es wäre eine besondere Schande für die Internationale der Sozialdemokratie, wenn sie die Parteien solcher Gestalten in ihren Reihen duldeten. Da dürfen Sie sich ruhig aufregen! Nur frage ich mich, was eine Frau Roth damit zu tun hätte, der sie doch gerade eben ihre Nähe zum „linken Extremismus“ vorhalten? Wollen Sie damit sagen, dass die „linken Extremisten“ Sozialdemokraten seien, oder die Sozialdemokraten „linke Extremisten“? Sie sollten dies vielleicht mit dem Verfassungsschutz diskutieren, der folgt gar Ihren Ideen und stellt die Sozialdemokratie unter Beobachtung. Wie auch immer: selbst wenn diese Herrschaften „arabische Sozialisten“ wären, hätten sie in einer sozialdemokratischen, wie auch erst recht in einer wahrhaft sozialistischen, Internationalen nichts zu suchen. Das sage ich jetzt so naiv daher, denn bzgl. der Sozialdemokratie kann ich das nur indirekt, vom Begriffe her, schlussfolgern. Denn ich bin Sozialist. Aber wenn auch die Sozialdemokraten ihre Abhängigkeit vom Kapital mit Selbstherrschern/Diktatoren/Faschisten teilen, sind sie keine Selbstherrscher/Diktatoren/Faschisten.

faz.net/Flüchtlingswelle aus Nordafrika: Zynisch und heuchlerisch, 18.02.2011

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  • Von Jetzt heißt es höllisch aufpassen! am 22. Februar 2011 um 22:17 Uhr veröffentlicht

    […] nur für Italien!) sehr ernst. Der Drittwichtigste Öllieferant ist Libyen für Deutschland. Wenn Gaddafi stürzt, dann darf die Revolution dort am allerwenigsten außer Kontrolle geraten. Die […]

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