Dramatische Ironie

Dramatische Ironie
Der Aufstieg Preußens ist auch in Bezug auf dessen Begrenztheit zur deutschen Großmacht (auf dem Gebiet des deutschen Reiches) eng mit dem Silber verbunden. Durch die Einfuhr des Silbers aus Südamerika durch die Kolonialmächte wurde der Wert des Silbers schon mal erheblich geschmälert. Und genau zu dieser Zeit – im 15. Jhrdt. – war der zweite Silberrausch in Sachsen gerade verebbt. Schließlich wurde das Münzsilber durch Gold ersetzt. Und England wurde Monopolmacht. Im Briefverkehr Marxens und Engels’ zum „Kapital“ wird sich darüber ausgetauscht, wie die verschiedenen Silberstaaten ihre Silbertaler dann aufzuhübschen versuchten, während sie ihnen einen willkürlichen Wert verordneten, was die „Bankenkrise 1857“ dann wohl noch mit angeheizt haben dürfte. In Preußen gab es bis dato eine Doppelwährung, also Silber- wie Goldmünzen waren im Umlauf. Die im Vergleich zu England relative Rückständigkeit Preußens zeigte sich gerade darin. Erst die Reparationszahlungen Frankreichs nach dem deutsch-französischen Krieg, die in Gold erfolgten, machten Preußen zum Goldland und damit zum Hauptfeind Englands, dessen Monopol so gebrochen wurde, was schließlich in den 1. Weltkrieg mündete. Es liegt eine dramatische Ironie in diesem neuerlichen Silberrausch.

faz.net/Millionen für den Bergbau: Sachsen im Silberrausch, 11.01.2011

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   
Dieser Beitrag wurde in Krise des Kapitals, Wissenschaft & Philosophie veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.