Die Wandlungen, die dem Kind angeboren sind und das hausgemachte Chaos der Erwachsenenwelt

Die Wandlungen, die dem Kind angeboren sind und das hausgemachte Chaos der Erwachsenenwelt
Oh ja, Kinder können nervig sein, sehr. Ich weiß wovon ich rede. – Doch meine beiden Kinder, wie schon gesagt: aus zwei verschiedenen Ehen, dürften bei weitem nicht so nervig sein, wie ich das wohl gewesen bin. Und: sind sie doch genau der Grund für das, was wir tun, zumindest wofür ich es tue. Außerdem sind sie da wo sie am nervigsten sind am interessantesten. Sie sind anstrengend, unbegreiflich, chaotisch, nicht belehrbar, voller Widersprüche und doch so voller Charme, denn immer voll der Überraschung und damit der Möglichkeiten, die da noch vor ihnen liegen. Und so ungefähr ist die uns umgebende Welt grundsätzlich auch: elegant doch nur in unseren mathematischen Formeln, allegorischen Bildern wie ästhetischen Wunschvorstellungen. Auch die Liebe ist so eine Wunschvorstellung, wo die Eleganz schon nach ersten Nacht entschwindet und uns ein Rätselraten bleibt statt begreifen: wofür das Alles?

Die Welt, die angeblich einer höheren Ordnung zustrebt, erreicht dabei jedesmal nur eine höhere Unordnung. Das ist es, was ich vom Kinde lerne. Die Ordnung, die wir da sehen, ist nur unser Zutun, das im Allgemeinen wenig zweckvoll ist.

Daher auch das Verzweifeln der Eltern am Kinde, wo sie doch nur an ihrem Zutun verzweifeln sollten. Und wo das nicht begriffen wird, ist das Chaos zudem noch ein hausgemachtes, nicht eines der Entropie geschuldetes.

Die Wandlungen, die es zu meistern gilt, sind dem Kinde angeboren, uns Erwachsenen aberzogen.
So, das waren sie erst einmal, so ein paar Gedanken vor mir für das Neue Jahr.
Guten Rutsch für euch alle. Es hat Spaß gemacht. Ich hoffe, es bleibt so.

faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/12/30/sylvester-2025-berlin-mitte-neobiedermeier

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