Nie so arm wie heute

Nie so arm wie heute
Ein selten ignoranter Beitrag. In der Steinzeit gab es keine Reiche, da auch keine Arme. Der persönliche Schmuck hatte nichts mit Reichtum oder gar Besitz im heutigen Sinne zu tun, sondern bestenfalls mit der persönlichen Habe auch des modernen Habenichts. Reichtum kam auf mit der Klassengesellschaft, dem Eigentum an Produktionsmitteln, an Grund und Boden, an Sklaven, Frauen, Viehherden, oder an der Verfügungsgewalt über dieselben Güter, dank gesellschaftlicher Privilegien. Eigentum ist also erst entstanden in der ersten Gesellschaft, der Sklavenhaltergesellschaft. Und dass die Reichen heute den Armen so nahe seien wie nie zuvor, muss man als pure Provokation annehmen. Von den 6 bis 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten hungern wenigsten 1 Milliarde, eine weitere hat kein sauberes Trinkwasser und eine weitere keine ausreichende Gesundheitsversorgung. Wenigstens die Hälfte gilt somit als absolut arm. Armut misst sich nicht an gehorteten Reichtümern früherer Gesellschaftsordnungen, sondern an der Teilhabe an den sich um Umlauf befindenden Waren, bzw. angebotenen Dienstleistungen. Die Abstufung in der Teilhabe daran oder gar die gänzliche fehlende diesbezüglich teilt heute reich von arm. Und gemessen an solchem Reichtum war der Arme nie so arm wie heute.

faz.net/Wirtschaftsgeschichte: So lebten die Reichen früherer Tage

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