„Die Verdammten“ – international und hauptsächlich weiblich

Interessant, dass der Beitrag „Zynisch wie praktisch…“ von der FAZ bisher nicht gesendet wurde. zeigt das doch deutlich, dass der FAZ nichts an der Auseinandersetzung aber desto mehr an der Stimmungsmache liegt. Versuche es ein 2. Mal.

„Die Verdammten“ – international und hauptsächlich weiblich – 1. Teil
So kann nur jemand reden, der den Marxismus als Anekdote auf den Kapitalismus wahr zu nehmen wünscht. Schon im Kommunistischen Manifest kündigen die Begründer des Wissenschaftlichen Sozialismus – Marx und Engels – an, dass sich die Gesellschaft schließlich in die zwei Hauptklassen aufteilen wird, also alle Mittelklassen- und Schichten darin aufgehen werden. Außerdem ist der Klassenkampf, also das Szenarium, das diesem Prozess unterliegt, ein internationaler Kampf. Die nationalen Scharmützel sind nur der Anfang gewesen. Die „Globalisierung“ – ein Begriff der Herrschenden – scheint nun das Endszenarium eingeleitet zu haben. Die „Verdammten dieser Erde“ sind eine internationale Armee von Ausgebeuteten, Unterdrückten und Geknechteten. Ein Großteil hiervon sind übrigens immer noch die Frauen dieser Welt, von denen wir wissen, dass sie mehr als 60 % der Weltproduktion schultern, davon aber nur 10% verzehren. Darüber hinaus besitzen sie nur 1 % vom Eigentum an Produktionsmitteln („Die Hälfte des Himmels“/Kristof/WuDunn). Es könnte also auch sein, dass die letzte große Schlacht als ein Geschlechterkrieg daherkommt. Alle reaktionären, militaristischen, faschistischen, theokratischen Regimes dieser Welt sind letztlich sexistischer Natur.

„Die Verdammten“ – international und hauptsächlich weiblich – 2. Teil
Die Vergewaltigungen in Afrika sind ein grausames Beleg für. Die Angst vor der Frau beginnt paranoide Züge anzunehmen. Die Frauenunterdrückung ist das A und O jeder konterrevolutionären Bewegung. Aber auch in den entwickelten kapitalistischen Ländern bekommt der Klassenkampf einen femininen Zug. Immer schon war die Frau die Reserve, die stille, des Kapitals, zugleich die Reproduktionsmaschine, die kostenlose, für die ganze Klasse. Nun wandelt sie sich in den womöglich noch einzig aktiven Teil der Klasse. Das geht einher mit der Verelendung eben der gesamten und solchermaßen noch männlich konnotierten Klasse. Arbeitslose Männer (auch männliche Migranten) und billige weibliche Arbeiter – so war es am Anfang und so wird es auch am Ende sein. Auch innerhalb der Klasse wird daher der Kampf geführt, mit hoffentlich solidarischem Ausgang. Denn es käme nicht von ungefähr, wenn das Ende der Klassengesellschaft mit dem Ende der Unterdrückung der Frau einher ginge, denn bemerkte doch auch Engels schon, dass die Unterdrückung der Frau mit der ersten Klassengesellschaft zusammenfällt („Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“).

Zynisch wie praktisch, das kapitalistische Kalkül
@Bujtur: Da Sie mit dem was Sie über den Kommunismus erzählen jenen genauso entstellen, wie die Gesellschaft, von der Sie behaupten, dass sie kommunistisch gewesen sei, das wohl getan hat, eine Anmerkung, ergänzend auch zu Herrn Gretzky: Genau das, was Sie als die „Traufe“ behaupten, ist im wesentlichen auf den „Regen“ selber zurück zu führen. Die Brutalitäten der kapitalistischen Klasse selbst, von ihren Anfängen an, und aus diesen Anfängen scheint sie, im Weltmaßstab betrachtet, immer noch nicht heraus gewachsen zu sein, sind es, die den Unterdrückten den Terror gelehrt haben. Auf das Massaker an den Pariser Kommunarden folgte Marxens Theorie von der Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats. Auf das maschinelle Massenmorden im 1. Weltkrieg und dem diesbezüglichen feigen Verrat der opportunistischen Sozialdemokratie folgte der bolschewistisch geführte Kommunismus, und dieser entwuchs dem Völkergefängnis eines Zarismus. Eine Herrschaft, die im Volk zuletzt so isoliert war, dass sie nur auf den solidarischen – nämlich – „weißen Terror“ der ehemaligen Kriegsgegner zu hoffen wagte. Der Rote Terror, der diesem dann folgte, war so gründlich, dass wiederum der Sozialismus selber darunter sein Grab fand. Zynisch wie praktisch, das kapitalistische Kalkül.

faz.net/Debatte über Linkspartei: Das Gespenst des Kommunismus, 10.01.2011

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  • Von Herrensemantik am 26. März 2011 um 18:15 Uhr veröffentlicht

    […] unhintergehbare Zeitenwende. Die Globalisierung des Kapitals wird umgewidmet. In eine Ära neuer demokratischer Revolutionen. Solchen, die auch die Klassenbewegungen des internationalen Proletariats modifizieren. Der […]

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