Die Erhaltung des Kapitals auf Kosten des Steuerzahlers

Die Erhaltung des Kapitals auf Kosten des Steuerzahlers
Man muss sich schon im Klaren darüber sein, dass der Kapitalismus da gerade vom Steuerzahler finanziert wird. Das hat dann durchaus auch so was Kitschiges wie die Errichtung eines Hessenparks im Hintertaunus, wo man woanders nicht mehr gebrauchte Uralthäuser stilgetreu, Balken für Balken, wieder aufbaut. Vom Unterhaltungswert wie auch vom Erhaltungsaufwand ähnelt das Szenarium doch aber eher jener Disneylandschaft, da kurz vor Paris. Die Leute dürfen dort sogar Eintritt zahlen. Und auch das Kapital scheint da mit einer Zuschauergebühr zu liebäugeln. Ich kann den Wutschrei der Konservativen schon verstehen, wenn sie sich über diesen „Sozialismus“ aufregen. Doch machen Sie sich nichts vor: im Sozialismus mag man vielleicht aus opportunen Gründen hier und dort zum Kapitalismus zurückkehren, wo die Produktivkräfte nämlich noch zu rückschrittlich sind, sodass sich Sozialismus noch nicht lohnt – aber ihn auf Staatskosten künstlich erhalten? Und doch ist der sog. Rettungsschirm als eine gewisse Tendenz zu begreifen, als eine, die den Weg der Vergesellschaftung geht, was ein Kapital obsolet werden ließe. Wäre da nicht die Finesse eines solchen, selbst dabei den Reichtum der Einen wie die Armut der Anderen zu konservieren zu verstehen.


faz.net/EU-Gipfel zur Euro-Krise: „Permanenter Krisenmechanismus“ ab 2013, 17.12.2010

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