Die alles entscheidende Frage

Die alles entscheidende Frage
Es sind nicht nur „die Banken“, das wäre eine Kritik, die auf die Inkriminierung eines speziellen Subjekts hinaus läuft. Nicht Ackermann, der Schweizer, ist der Schuldige, nicht mal das Bankkapital alleine wäre das – Finanzkapital heißt die Klasse, die die Herrschaft innehat. Das ist eine Klasse und nicht einfach nur eine Ansammlung von Personen. Eine Klasse hat einen objektiven und einen subjektiven Bezug, sie ist Teil des Systems, welches sie geschaffen hat und sie ist wiederum dessen Subjekt, was das System nämlich zu erhalten sucht. Das Finanzkapital ist eine reaktionäre Klasse, soweit geht die Kritik, das bedeutet aber nicht, dass jeder Einzelne dieser Klasse ein Schuft sein muss. Ein Herr Ackermann könnte für sich alleine sogar ein Visionär sein, das bedeutet aber nicht, dass die Klasse des Finanzkapitals noch Visionen hätte, die über den puren Erhalt der Macht hinaus gingen. Das ist genau der Rahmen, den auch ein visionärer Banker nicht zu sprengen vermag, es sei denn, er beginge Klassenverrat. Wofür kritisieren wir also einen Herr Ackermann? Dafür dass er keinen Klassenverrat begeht? Die Kapitalistenklasse versucht sich über die Zeit zu retten, obwohl diese abgelaufen ist. Erkennen wir das, oder erkennen wir das nicht? Das ist die alles entscheidende Frage.

faz.net/Irland-Krise:Die List der deutschen Banken, 21.11.2010

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   
Dieser Beitrag wurde in Krise des Kapitals veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.