Den Iren den Stolz abgekauft

Den Iren den Stolz abgekauft
Das ist wieder ein klassisches Beispiel für, wie man sich im Kapitalismus in die Tasche lügt. In die der einen, aus der der anderen. Der Konsum in Irland war schon immer teuer, doch unbezahlbar war er dank der EG- Subventionen und einem erklecklichen Arbeitslosengeld für die Massen der Armen nicht wirklich. Eine irische Romantik lebte geradezu davon. Verführt durch steuergelockte internationale Investoren haben die Iren das Wenige, das sie besaßen nun auch verloren: nicht nur landwirtschaftlich und privat genutztes Eigentum, nein vor allem jene „Unschuld“, vielleicht der einzig wirkliche Reichtum der Massen. Das sind wahrlich „Heuschreckenschwärme“, die sich da durch Europa fressen, solchen und anderen Reichtum ganzer Völker verzehrend. Fett und frech geworden, sind sie, dank der von ihnen nicht bezahlten Steuern, so frech, dass sie Europa selbstherrlich zwangen, auf eine angemessene Körperschaftssteuer dort zu verzichten, womit sie im Gegenzug der Iren Stolz brachen. Solch Zumutung dürfte dem irischen Volk nun als der schändlichste Verrat seiner herrschenden Klasse vorkommen. Die Wette auf eines Irlands Rettung, durch europäische Gelder, sähe ich da noch ohne den Wirt – das irische Volk – gesetzt.

faz.net/Keltischer Tiger in Not:Reiches Irland hängt am Tropf ärmerer Staaten, 23.11.2010

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