Von rein apologetischem Charakter

Folgender Beitrag in 2 Teilen wurde von der FAZ bisher nicht gesendet. Wieder einmal wird Zensur geübt. Starte einen 2. Versuch. Und muss wohl einen 3. Versuch starten! – Erstaunlich!

Von rein apologetischem Charakter – 1. Teil
In keiner europäischen Verfassung dürfte die Achtung der Menschenwürde einen solchen Stellenwert haben, wie im deutschen Grundgesetz. Man kann darüber streiten, inwieweit das von allen so verstanden und vor allem auch in entsprechenden Taten umgesetzt wird, wie dieses Grundgesetz vor dem Hintergrund jener paradigmatischen Missachtung eben der Menschenwürde unter dem Hitlerfaschismus, gemeint sein dürfte. Man muss nur mal die entsprechenden Leserkommentare hier in der FAZ quer lesen, ein ehemaliger Verfolgter des Naziregimes müsste glauben, eine Reise in die Zeit zurück gemacht zu haben. Und Spanien hat seinen Faschismus friedlich in eine sog. konstitutionelle Demokratie übergeleitet, einen Monarchen von Francos Gnaden erhalten. Und nicht nur dass dort Ewiggestrige im Angesicht neuer wirtschaftlicher Not wieder Aufwind spüren dürften, auch ihre Verbündete im Geiste aus allen europäischen Ländern werden sich dadurch ermutigt fühlen. Nicht wenige von solchen Leuten leben ihre dementsprechenden Fantasien, nämlich als Verantwortliche in damit beauftragten Ämtern (Asylämter, Ausländerämter, Sozialämter, Polizei, Justiz…), nun wieder frei aus.

Von rein apologetischem Charakter – 2. Teil
So ist mir erst kürzlich zu Ohren gekommen, wie ein Sachbearbeiter eines Sozialamtes den Hilfeanspruch einer mit einer Aufenthaltserlaubnis versehenen Bulgarien, einer schwangeren im Übrigen, mit der forschen Begründung abbügelte: da könne ja jeder kommen. Sie möchte doch bitte nach Bulgarien zurück gehen. Ganz sicher dürften solche Entgleisungen schon Ausdruck einer Postsarrazinepoche sein. Und ich kann mir vorstellen, wie ein nun erneut verarmendes Griechenland, welches die Folgen einer deutschen Besatzung, eines durch die Engländer provozierten Bürgerkrieges, einer Militärdiktatur nicht mal wirklich überwunden hatte, nun daran zweifelt, ob eine Demokratie in Griechenland überhaupt westlichen Standards genügen muss. Und über die übrigen hinzu gekommenen ehemaligen Ostblockstaaten brauchen wir gar nicht erst zu reden. Aber auch in Italien tun sich Dinge, die man vor Jahren für nicht möglich gehalten hätte, im Umgang mit Armuts- und Bürgerkriegsflüchtlingen. Das Gerede von einem einheitlichen europäischen Asylrecht dürfte daher bald nur noch von rein apologetischem Charakter sein.

faz.net/Asylpolitik:Der Geist der Menschenwürde, 28.10.2010

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