Schlaflose Nächte für die Patrioten

Schlaflose Nächte für die Patrioten
Die Wehrpflicht hat mit Afghanistan nichts zu tun, dort kämpfen nur Berufssoldaten, bzw. (freiwillige) Reservisten. Und genau dorthin geht die Reise – in die Berufs- bzw. Söldnerarmee. Denn wo Deutschland zunehmend nur noch am Hindukusch oder anderen exotischen Destinationen verteidigt wird – der Ballermann dürfte da wohl die noch uns vertrauteste Ortschaft sein -, dienen die Wehrpflichtigen nicht mal mehr als taugliches Kanonenfutter. Und eine Erziehung zur Bürgerpflicht „Landesverteidigung“ stellt sich dem transnational denkenden Konsumenten ehe nur noch via Klotze dar…da war doch mal was. Und Bebel dürfte der letzte gewesen sein, der in der Wehrpflicht so etwas wie eine Schule des Klassenkampfes gesehen haben wollte. Nun ja, wo man mit Totenschädeln poussiert, wüsste ich nicht, welch moralische Vorteile man da für ein Klassenbewusstsein heraus zaubern möchte. Bedenklich bleibt, dass die Armee wieder zu einem Fremdkörper im Staatsgebilde wird, was gerade in Deutschland keine guten Erinnerungen wachruft. Wie man Militarismus betrachten muss, wo die Soldaten der Zukunft vielleicht nur noch Drohnen sind, wird nicht nur militanten Klassenkämpfern bzw. Pazifisten der Zukunft, sondern auch gewissen Patrioten, die eine oder andere schlaflose Nacht bescheren.

faz.net/Wehrpflicht:Die Letzte Ölung,11.06.2010

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Ein Trackback

  • Von Vom Kapital geweckte Begehrlichkeit am 25. Oktober 2010 um 22:03 Uhr veröffentlicht

    […] also vor allem nach Afrika. Darüber hinaus wird die westliche „Demokratie“ auch noch am „Hindukusch verteidigt“. Und es bleibt abzuwarten, wann die innereuropäischen Grenzen, die […]

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