Eingebetteter schwarzer Rassismus

Eingebetteter schwarzer Rassismus
Eine böse Ironie: Das Land, das den weißesten Rassismus der Weißen besiegt hat, erliegt nun dem schwärzesten Rassismus der Schwarzen. Und doch: alleine um das zu Tage befördert zu haben, würde diesem nationalrevolutionären Kampf gegen die Apartheid schon zur Ehre gereicht haben. Denn der Klassenkampf kann sich nicht entwickeln im rassistischen Dunkelfeld, gleich ob schwarzer oder weißer Provenienz. Ganz Afrika war mit diesem Pfahl in seinem Fleisch an seine koloniale Vorzeit geheftet. Ein Kontinent, reich an Bodenschätzen wie an gesunden, jungen Menschen, tauscht diesen Reichtum gegen Sklavenmentalität. Das musste ein Ende finden und zwar zuvorderst in der modernsten seiner schwarzen Regionen, nämlich da, wo sich Clandenken schon sehr früh mit hochorganisierter, zunächst noch weißer, kapitalistischer Ausbeutung paarte. Böse Ironie auch, dass dies alles zusammen fällt, mit einem weißen Kapitalismus, dessen Clanchefs (mafios oder nicht) nun selber ein barbarisches Regime über den (post)modernen Konsumbürger installiert haben. Die neureiche schwarze Mafia in Südafrika ist da doch bestens eingebettet, genau so wie das aktuelle Finanzkapital in seiner transnationalen organisierten Kriminalität.

faz.net/„Banana Banana“ statt „Bafana Bafana“:Südafrikas Angst vor der Rückkehr in den Alltag, 20.06.2010

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