Geschenkte Zeit

Geschenkte Zeit
Die Gretchenfrage sollte nicht lauten: was darfs kosten, bzw. wer solls bezahlen, sondern: wars das wert? Und hierauf gibt uns die Regierung Merkel-Westerwelle eben keine zufriedenstellende Antwort – kann sie auch gar nicht, sagt sie selber. Natürlich müssen die Völker Europas – was sage ich?, die Völker der Welt! – diese aberwitzige Summe von 750 Milliarden aufbringen, so wie die Abermilliarden für, bzw. gegen, die Finanzkrise schon zuvor, und in dem einen wie in dem anderen Fall scheint es sinnlos verpulvertes Vermögen der Menschheit. Und das zeigt auch auf die eigentliche Frage, die da lauten muss: Ist die Rettung des Kapitalismus das wert? Darauf bitte schön, bekommen wir natürlich eine Antwort: „alternativlos“, sei er, der Kapitalismus! Ist das die Wahrheit, die ganze Wahrheit? Diese Antwort wird sich beweisen müssen, jetzt und immerfort (ja, leider „immerfort“, zumindest solange, bis den Völkern der Spaß daran vergeht und sie ihre Gegenrechnung machen). Und Gnade ihnen Gott, sie verschenken die ihnen geschenkte Zeit. Der Zinseszins dieser Gegenrechnung wird von keiner Bank gestellt. Das Kapital wird langsam auch schon nervös: die „Zeit der Diplomatie“ sei vorbei, konnte man dieser Tage in dieser Zeitung lesen, ja, sie wird es wohl, ganz sicher!

faz.net/Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“, 19.05.2010

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  • Von Geschmacklos am 23. Mai 2010 um 22:52 Uhr veröffentlicht

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