Die Rente ist nur die halbe Miete

Die Rente ist nur die halbe Miete
In Bezug auf den Koch, haben Sie vermutlich mehr recht als uns allen (ich bin auch über 50) billig sein kann , denn Koch ist ein Populist, der sich an Tagesmehrheiten profiliert. Ich sehe hier thematisch die Konsequenzen aus Ihrem „Methusalemkomplott“. Doch umgekehrt wird leider auch ein Schuh daraus: eine Gesellschaft, in der der Umgang mit den Alten barbarisiert, hat auch keine Zukunft, denn sie bildet auch die Alten von morgen. Und die ganze Wahrheit scheint mir doch eher, dass diese Gesellschaft dabei ist, den Generationenvertrag kündigen zu wollen – das Kapital greift nach jedem Strohhalm. Ich schlage daher vor, die Losung von den gemeinsamen Interessen von Jung und Alt wieder zu beleben, nur muss sie mit aktuellerem Inhalt gefüllt werden. Die Jungen sollten die Alten nicht nur als ihre Zukunft erkennen, denn ihre Gegenwart sind sie auch; „der Geist fiel nicht vom Himmel“ (H.v.Ditfurth) und er kommt auch nicht aus dem Netz – darin werden wir uns einig sein, vermute ich mal. Die Alten sollten die Jungen nicht nur als ihr Gegenwart (und möglichst lange Zukunft) schätzen, denn die Rente ist nur die „halbe Miete“, ihr Wissen, ihr Lebenssinn, muss sich in den Jungen erfüllen und darf nicht nur ihrer Alterseitelkeit schmeicheln.

faz.net/Angriff auf die Zukunft:Roland Kochs Wette, 17.05.2010

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Ein Trackback

  • Von Umringt von einem Meer voller Elend am 11. Januar 2011 um 21:16 Uhr veröffentlicht

    […] Das Elend der Alten ohne das der Jungen wäre nicht komplett, und natürlich auch umgekehrt. Und: nicht die Alten, die heute angeblich die Zukunft der Jungen verspeisen, sind das Problem, so wenig wie die Jungen, die heute schon wissen, dass sie morgen nichts mehr zu […]

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