Der verfluchte grossrussische Chauvinismus

Der verfluchte grossrussische Chauvinismus
Ein knapper Kommentar, so knapp wie die Informationen, die uns vorliegen. Nur, und da widerspreche ich: das ist „kein Versagen“ des Staates, sondern dessen völliges Aussetzen. Im Übrigen glaube ich nicht an den Erfolg eines Aufstandes, gleich ob für soziale oder evtl. nur nationale Belange, der quasi vom Volk ausginge, authentisch gewissermaßen. Nicht jetzt, schon gar nicht dort, nicht so ohne weiteres. Ich habe keine Beweise, nur logische Schlüsse, und die sagen mir: dieser Aufstand ist von Russlands Gnaden. Bedauerlicherweise, denn natürlich wäre ein siegreicher Aufstand, gerade in eines Russlands Machtbereich (und in einer gewissen Nähe zum Machtbereich der Großmacht, wo diese sich gerade als letzte Supermacht aufspielt) längst fällig, damit diese Geschichte, die mit dem „Völkergefängnis Russland“, die ja schon Jahrhunderte andauert, wie auch die mit jener Großmacht, die da über die Welt zu herrschen, nicht aufhören kann, endlich zu Ende geht. Die Völker wären gefragt, wer sonst? Die bolschewistische Revolution, zum Beispiel, hatte es zum Programm, ist aber genau daran gescheitert, genauer: am verfluchten grossrussischen Chauvinismus, an dem eines Lenins Nachfolger, Stalin nämlich, so entsetzlich litt.


faz.net/Kirgistan:Der Staat hat versagt, von Wolfgang Günter Lerch,08.04.2010

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Ein Trackback

  • Von Die Lunte neu entzünden am 9. April 2010 um 21:44 Uhr veröffentlicht

    […] ohne Kommentarfunktion. Ein guter Beitrag, dem Grunde nach, denn so total gegen den üblichen, von Wolfgang Günter Lerch über Jahrzehnte konsequent durchgehaltene diplomatischen Stil, dass die FAZ wohl die Reaktion […]

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