Der repressive Staat, die „Schuld der Sozialisten“ und der französische Pass

Der repressive Staat, die „Schuld der Sozialisten“ und der französische Pass
Der Sozialarbeiter in Polizeiuniform, das ist in etwa so, wie der Entertainer bei RTL als Volkssozialarbeiter – letzterer als Social-tainment(er) längst im Gebrauch. Noch vor nicht all zu langer Zeit spekulierten gewisse Wissenschaftler (jene, die das Projekt „intelligentes Auto“ bearbeiten, ich berichtete darüber in dieser Zeitung) über die Zugabe von Drogen ins Trinkwasser von Neukölln, das erspare „einem den Zaun“ um dieses Revier. Damals war ich entsetzt über jenes Ausmaß an Zynismus in solchen Kreisen, dies auch unter dem Aspekt des mir längst Bekannten diesbezüglich (Jeremy Rifkin und das „Biotechnische Zeitalter), jetzt scheint mir das die weichste Variante dessen, was sich ein ausschließlich repressiv handelnder Staat alles so ausdenkt – um seine Handlungen zu optimieren. Dass die Sozialisten hingegen die Schuld träfe, nämlich daran, dass diese Einwanderer überhaupt erst nach Frankreich reingelassen worden sind, wie hier doch von gewissen Lesern behauptet wird, das schlägt doch dem Fass den Boden aus. Es ist die französische Kolonialpolitik, genauer genommen: ihr Scheitern, welche den Nordafrikanern den französischen Pass hat zukommen lassen. Wer A sagt, muss B sagen, wenigstens die Franzosen sind da doch konsequent.

faz.net/Banlieue trifft Neukölln:Töpfern gegen rechtsfreie Räume,31.03.2010

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  • Von Der Krieg wird fortgesetzt am 20. Juni 2010 um 20:46 Uhr veröffentlicht

    […] nachzulesen bei Marie-Monique Robin (Mit Gift und Genen), unter Bezugnahme auch auf Jeremy Rifkins „Das biotechnische Zeitalter“ – ich erwähnte beide des Öfteren. Solche strategische Überlegungen machen deutlich, dass kein […]

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