Der öffentliche Diskurs, nicht die Anklage, ist gefordert

Der öffentliche Diskurs, nicht die Anklage, ist gefordert
Der Atheismus des Marxismus korreliert mit Religionsfreiheit genauso wie mit Kampf gegen die Religion. Wer das eine ohne das andere betreibt, betreibt das Geschäft der Bourgeoisie. Die Religion ist das Opium d e s Volkes, nicht eben f ü r das Volk, wie so falsch da Marx oft zitiert wird. Entzug ist allerdings keine gute Methode, wenn sie nicht auf freiwilliger Basis beruht. Das einzig zulässige Mittel gegen die Religion ist Überzeugungsarbeit, bzw. die Selbstüberzeugung. Das was Dawkins da macht, hat Kampagnencharakter und treibt den letzten Theisten in die Hände der Kirche. Die Religion ist ein Kulturprodukt der Geschichte, und als solche – nicht als Glaube -, sondern als Kultur, wird sie wohl noch lange leben, selbst dann, wenn keiner mehr weiß, was sie eigentlich mal war: Weltanschauung. Auf einem anderen Tableau steht die Frage der Kirche. Hier geht es um eine politische Macht, die natürlich auch die Religion als Weltanschauung benutzt, aber letztlich es damit wohl nicht so ernst meint. Die Skandale um den Kindesmissbrauch sprechen da eine deutliche Sprache. Den Papst kann man anklagen, warum nicht?, aber die Religion, die kann man nur kritisieren, in einem öffentlichen Diskurs, nicht im Gerichtssaal!

faz.net/Vatikan contra Völkerrecht:Der Papst auf der Anklagebank,13.04.2010

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