Dualismus – einstweilen

Dualismus – einstweilen
Machtkämpfe der da oben zu Lasten der da unten, ja! Aber „e w i g e r Klassenkampf“, nein! Der Klassenkampf dauert nun vielleicht schon 5000-10000 Jahre, je nach dem wie man ihn definiert, aber was heißt hier „ewig“?
Die Menschheitsgeschichte hat noch nicht mal richtig begonnen, nach Marx befinden wir uns ehe noch in der Vorgeschichte, eben wegen der Klassen. Und ich würde noch weitergehen: solange uns solche Bilder noch was sagen, gleich ob Bewunderung oder Abscheu mitvermittelt, sind wir noch Barbaren.
Sehr wohl denkbar ist, dass ein späteres Geschlecht ob solcher Bilder daran zweifelt, dass da ihre Vorfahren abgebildet sind. Vielleicht in etwa so, wie wir uns heute Knochen von irgendeinem „Missing Link“ anschauen: berührt werden sie sein, doch mit einem überwältigenden Gefühl der Distanz.
Leben wir nicht in einer merkwürdig geteilten Welt? Die Affirmation einer Götterwelt ist einerseits noch voll gültig, andererseits längst obsolet. Wir trösten uns – einstweilen – mit dem „Dualismus“, damit jeder darin zu seinem Recht kommt, der „Primitive“, wie auch der „Moderne“. Doch was beide vereint, sind doch eben solch emphatische Gefühle für einander, Respekt dem anderen gegenüber, das Gefühl, ja die Gewissheit, zu einer Spezies zu gehören.
In dem Moment, wo der eine zu dem anderen dann schaut, ohne ihn, ohne sich, darin zu erkennen, beginnt die Trennung von der Vorzeit, die eigentliche Geschichte.

faz.net/blogs/antike/archive/2010/02/11/berliner-gefallenengedenken-nach-pergamon-art

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  • Von Die Postmoderne und der blinde Fleck des Positivismus am 30. August 2010 um 19:01 Uhr veröffentlicht

    […] nicht nur gegen eine bestimmte, und schon gar nicht nur gegen vormoderne Varianten. Die Macht zur Affirmation in der Moderne erscheint so vielfältiger als sogar bisher angenommen. Hier widerfährt einer Robert Kurzens […]

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