Die Seligsprechung der Babyklappe

Die Seligsprechung der Babyklappe
Nie war die Illusion von dem Leben als Glück an und für sich obsoleter, ja absurder. Denn das Leben alleine, das eigene, das Leben eben an und für sich also, hat für viele keine Bedeutung – nicht als Beleg einer Depression, wie der aktuelle Diskurs solchermaßen skandalisiert gesehen haben möchte, denn das ist nur eine zeitgemäße Erscheinungsform hiervon -, es erhält vielleicht nur eine, durch gewisse zusätzliche „Motive“. Eines davon mag das nach der Abstammung sein, die Sinn und Glück gestiftet habenden Eltern, oder die Existenz eigener Kindern gar. Wer das eine nicht hat, kann auch das andere nicht wirklich schätzen. Eine der Gründe für ausgesetzte Babys. Und dass die Kirchen sich dem Ethikrat widersetzen, liegt daran, dass christliche Ethik von einer anderen Welt ist. Für sie ist das Leben nicht Menschen gemachtes Glück, sondern die Tat eines Gottes, also hat der Mensch daran nicht zu zweifeln, an der Tat und das Glück zu nehmen wie es ist – als Geschenk, das man nicht ablehnen kann. Die Diskussion ist nun die alte, nach den wahren Gründen des menschlichen Seins, und nach der Existenzberechtigung eines Gottes. Und aus dieser Sicht ist konsequent: denn wer die Abtreibung verteufelt, muss die Babyklappe selig sprechen.

faz.net/ Ethikrat: Letzter Ausweg Babyklappe, 28.11.09

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