Welch gestörte Liebeserklärung

Wieder ein Beitrag, den die FAZ nicht bringen will, man möchte dem Künstler wohl nicht den Spaß verderben, oder fühlt sich hier das Patriarchat vorgeführt? – 2. Versuch!
Nachtrag: Warum nicht gleich so? Ein Tag hat es gedauert, bis die FAZ sich entschloss, den Beitrag zu senden, den ersten, neben all den anderen, ebenso zurück gehaltenen, zumeist kritischen Leserkommentaren.
Einer brachte doch tatsächlich den Begriff der „entarteten Kunst“!

Welch gestörte Liebeserklärung
Kommt denn keiner auf die Idee das so zu benennen, als das, was es ist: Sexualgestörtheit, Sexualverbrechen als Obsession, als Kunst? Machen wir jetzt den Sexualverbrecher zum Künstler oder den Künstler zum Sexualverbrecher? Das soll uns nicht interessieren? „Ja, ich hasse die Frauen…und ich liebe sie.“ Sind wir denn alle verrückt? Ist das Patriarchat so am Ende, dass es nur noch solchermaßen antinomisch vor sich her stammelt? Der ‚Antichrist‘, mit Sicherheit ist er das, Wahnvorstellung eines sexualgestörten Christentums, eines verrückt gewordenen Patriarchats, einer psychotischen Religiosität, die rein männlich ist, männlich konnotiert, auf den Mann fixiert. Dessen männlichen Körperkult. Auf dessen Machterhalt, wie dessen Verkörperung hin gerichtet. Gerichtet, verfolgt, massakriert, wird das „Anti“. Das nur weiblich sein kann. Negativ, eigentlich negiert, positiv nicht wahrnehmbar, nicht wahrgenommen, hassenswert und nur dank diesem – „liebenswert“. Als Müllplatz der männlichen Seins-, ergo Selbstverliebtheit. Welch gestörte Liebeserklärung.

Entartete Kunst?
@Franz Ujvar: Das hätten Sie sich schenken können, das mit der „entarteten Kunst“, es sei denn, Sie wollten das unbedingt loswerden. Dann muss man sich Gedanken machen – über Sie, bzw. über das, was Sie da loswurden. Nicht die Kunst ist entartet, das Kapital verwertet alles, vermarktet alles, findet für alles einen Kunden. Pornografie, Sexismus, ja gar die kriminellen Anteile hiervon, all das ist nicht out, nicht weg von der „Art“, nicht „entartet“, sondern völlig in, Teil der Art, ja ihr origineller Ausdruck. Als „entartet“ könnte man bezeichnen, eine jene Spezies, die das nicht bemerken möchte/bemerken kann/darf – in ihrem eigenen Alltag. Die sich dort wohlfühlt, wo Abwrackprämien kassiert werden, damit der Kundenstrom, die Kapitalverwertung, nicht unterbrochen werden, wo Bedarfe, aber nicht Bedürfnisse befriedigt werden. Dort wo ein homo oekonomicus, sich wer weiß was darauf einbildet, eben nichts zu bilden außer eben abstraktem Vermögen, dank solch künstlich generierter Bedarfe. Wo die Schrottverinnerlichung die Triebfeder eines Wirtschaftssystems geworden ist, die Kunst aber, also eine Form der psychischen (Ent-)Äußerung jener doch ins abstrakt-innere verlagerten Müllhalde, von jenen Zeitgenossen als „entartet“ erkannt werden will.

faz.net/Diskussion um „Antichrist“: Ja, ich hasse die Frauen, 16.09.09

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