Erdogans sanfte islamische Revolution im Schlepptau der Faschisten

Erdogans sanfte islamische Revolution im Schlepptau der Faschisten
Erdogan wurde seinerzeit in Istanbul vor allem von den zugewanderten Obdachlosen, bzw. den Bewohnern der Elendsviertel gewählt, dies nachdem man durch mehrere Putsche, und jahrzehntelanger brutalster Verfolgung die Linke massenhaft massakriert oder ins Gefängnis weggesteckt hatte, einer Linken, die zuvor selber starken Einfluss auf diese Massen hatte. Erdogans Aufstieg ist somit das Ergebnis einer konsequent faschistischen Politik des türkischen Staates. Zur Zeit Erdogans in Istanbul trieben dort auch die Todesschwadronen des damaligen Polizeichefs Mehmet Agar (dem späteren Innenminister unter Ciller) ihr Unwesen. Erdogan und dieser Staatskiller (jener machte ursprünglich Karriere als Chef der 1. Abteilung der Kriminalpolizei, der gegen den „Terrorismus“, dann wurde er versetzt zur 2. Abteilung, für gewöhnliche Kriminelle, nachdem er ein Sicherheitsproblem geworden war, da die Linke ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hatte) waren politisch eng verbündet, auch bei dem Versuch Erdogans aus Istanbul eine türkisch-islamische Stadt zu machen. Erst nachdem dieser Versuch gescheitert war, besann sich Erdogan auf seine sanfte islamische Revolution.

Erdogans Reislamisierung und die Pantürken
Die Ziele Erdogans – und da liegt er voll auf Linie mit den Nationalisten und Faschisten – sind ein pantürkisches-islamisches Großreich. Seine Taktik ist eine etwas aktuellere als die der Kemalisten. Seine Umarmungen der Kurden wie anderer nationaler Minderheiten beruhen auf dem Fakt, dass der revolutionäre nationale Widerstand, wie überhaupt die revolutionäre Bewegung, gebrochen ist. Nun baut er auf die reaktionären nationalen Kräfte unter den Kurden. Darin hat er Erfahrung. Quasi im Stil des Osmanischen Reiches. Damals gab es keine Türken oder Kurden, nur Moslems, zumindest so im Bewusstsein der breiten moslemischen Massen („Der Fremdling“ – Jakub Kadri). Erst die Massaker der Jungtürken an den Armeniern und die darauf folgenden nationalen Kriege unter „Atatürk“ schufen so etwas wie ein nationales Bewusstsein, ein Volk der Türken. Dieses ist die Grundlage für die nun folgende Reislamisierung der Türkei. Die Kemalisten sind nicht wirklich gescheitert, sondern überholt und damit bestätigt. Daher auch jenes Bündnis zwischen extremen Nationalisten (MHP) und Islamisten. Wer weiß, vielleicht gelingt es ihnen gar die Kurden als 5. Kolonne zu repatriieren. Kurden siedeln schließlich in ganz Mesopotamien und deren Mehrheit ist islamisch.
faz.net/Türkei: Weggespültes (Selbst-)Vertrauen, 11.09.09

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3 Trackbacks

  • Von Vom Westen hofiert am 11. November 2009 um 21:48 Uhr veröffentlicht

    […] Armenier“ (nach der Zeitschrift Pogrom zitiert, in etwa so 1985, aus dem Gedächtnis, siehe auch: Erdogans sanfte islamische Revolution im Schlepptau der Faschisten). Es ist keine Frage der Moral, sondern es ist eine bestimmte politische Kultur, die Kemal zwecks […]

  • Von Die Befreiung vom kapitalistisch-kemalistischen Joch ist vonnöten am 16. Dezember 2010 um 18:47 Uhr veröffentlicht

    […] sprich: faschistischen, vorgeblich laizistischen, Partei eines Alparslan Türkes, der Mutterpartei all dieser Verbrecher, zusammen führte. Der letzte Militärputsch, 1981 dann, kreierte jene pantürkischen […]

  • Von Ist das (schon wieder) deutsche Außenpolitik? am 20. November 2012 um 10:26 Uhr veröffentlicht

    […] dem Machtantritt der türkischen Islamisten (welche schon immer mit den türkischen Faschisten, den „Pantürken“, paktiert haben) unter Erdogan, gewissermaßen alte Gelüste aufflackern. In Konkurrenz mit den […]

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