Schock gefrieren

Schock gefrieren
Schon deutlich der Unterschied zwischen einem Obama und einem Roosevelt zum Beispiel. Beides Krisenpräsidenten – und da hört die Gemeinsamkeit schon auf. „Teddy“ war eine Identifikationsfigur, wie schon der liebkosende Vornamen besagt. Er war ein ziemlich konservativer (natürlich weißer) Amerikaner und doch konnten so Outlaws wie Hemingway sich mit ihm identifizieren. Er war in vielem so antisemitisch – wie auch antibolschewistisch – wie sein damaliger prominentester Kriegsgegner und doch verstand er sich mit Stalin vermutlich besser als mit Churchill. Er war pragmatisch, nicht wirklich charismatisch, ein Mann, so nach dem Geschmack der Massen, einer von ihnen. Er sollte nicht die Gefühle der Massen provozieren, sondern diese gewinnen, denn schließlich brauchte er sie, für den anstehenden Krieg. Für einen Krieg, in dem die Amis nicht die Bösen sein würden/müssten. Obama hingegen muss provozieren, denn er muss den Guten mimen, in einem wirklich bösen Spiel. Er muss die Massen nicht gewinnen, er darf sie nicht verlieren, er muss sie schocken und darf sie nicht beruhigen. Und daher ist seine Person die richtige Therapie – Schocktherapie. Aber der schockierte Patient soll möglichst hiervon nicht all zu schnell was spüren, er soll nämlich schock gefrieren.

faz.net/Rüpel und Rassisten: Enthemmtes Amerika, 17.09.09

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Ein Trackback

  • Von Wie der gebogene Stachel eines Skorpions am 31. Dezember 2009 um 13:52 Uhr veröffentlicht

    […] Hemingway antizipierte den Neokolonialismus, die demokratische, deswegen aber nicht minder aggressive Fratze […]

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