Vorschuss

Vorschuss
Vorschusslorbeeren sollen ja nicht immer und d.h. bei jedem angebracht sein, hier riskiere ich sie mal. Wenn der neue Fokus O.-Chef Michael Reuter, genau das Programm verkündet, das sich seit einiger Zeit schon so einige engagierte Bürger in Oberursel auf die bisher noch ganz privaten Fahnen geschrieben haben, dann kann man nur optimistisch sein, oder dem Ganzen grundsätzlich misstrauen. Wenn Reuter also fordert, dass Bärenkreuzung, Adenauerallee und Vorstadt jetzt in einem Zug neu gestaltet werden müssen, darf man eigentlich kaum noch was Schlechtes erwarten. Denn genau dies ist in Oberursel angesagt. Und natürlich sind die Themen Marktplatz, Altstadt, Strackgasse … richtig platziert, wenn sie in diesem Zusammenhang nun auch genannt werden, und richtig genannt werden. Es ist genau das „Gesamtkonzept“ (siehe: „Wo ist das Gesamtkonzept“, Taunuszeitung-Online, 21.09.2008, und Printausgabe, 22.09.08: „Wieder Parken auf dem Marktplatz) das auch ich schon mehrfach angemahnt habe – bei allen Parteien im Oberurseler Parlament.
Was soll ich sagen, ich freue mich, nun solch kompetente Unterstützung meiner Position zu erfahren, aber nicht nur meiner Position. Schon vor Jahren haben Marktbeschicker wie gewisse Oberurseler Bürger (deren Namen ich hier nicht nennen will, da ich nicht weiß, ob sie das wünschen) um die Verlegung des Marktgeschehens auf den Epinayplatz oder auch auf den Rathausplatz gefordert. Unterstützt wurden ihre Forderungen von Umfragen, die wiederum von Oberurseler Bürgern privat in Szene gesetzt wurden, und die ergaben, dass 90 % der Befragten, für diese Verlegung gewesen wären.
Was musste man sich nicht alles anhören, um diese Forderung abgelehnt zu hören. Von gewissen einflussreichen Politikern und Verwaltungsleitern wurde dann auch mal kolportiert: „Minderheiten müssten auch geschützt werden“, andere wiederum begnügten sich mit solch eigentlich der Satire zuzuschreibenden Bemerkungen nicht, sie schritten zu nachhaltigen Taten, denn sie schüchterten gleich die „vorlauten“ Marktbeschicker mal ein. So drohten sie dem einen oder anderen auch damit, ihm die Lizenz entziehen zu lassen. Mächtige Leute, dies. Vor allem aber bestätigten sie, indirekt, wie repräsentativ jene Umfragen doch gewesen sein müssen, d.h. welch gewaltigen Schrecken sie ihnen eingejagt haben dürften.
Wir merkten schon, dass diese Themen von hoher politischer Brisanz sind. Umso erfreulicher, dass es nun, wie es scheint, wieder verhandelbare Themen geworden sind. Wir hoffen natürlich auch, dass der neue wie alte Oberbürgermeister, Hans-Georg Brum, sich nicht nur bestätigt sieht, durch seine 70 % der Wähler, die bereit sind, ihm erneut das Vertrauen zu schenken, sondern darin auch eine Art Vorschuss erkennt, im Hinblick auf die nun endlich zu erledigenden Aufgaben. Die Bürger scheinen ihm das zuzutrauen, aber sie denken vielleicht auch, dass da hin und wieder eine Zugabe fällig wäre.
Es war auch keinesfalls zu früh, denn diese Bürger, zu denen ich mich auch zähle, waren kurz vor der Oberbürgermeisterwahl so weit, ein Bürgerbegehren einleiten zu wollen (siehe: „Die Bürger Oberursels haben besseres verdient“ Online, 12.05.09.) Und es gab da Signale, von gewissen Leuten, zu denen auch Herr Reuter gehörte – ich hoffe, ich verrate jetzt kein allzu internes Geheimnis -, die uns in gute Hoffnung zu stimmen vermochten, insofern nämlich, dieses Begehren vielleicht bald obsolet sein könnte, denn die Oberurseler Parteien, wenigstens die, die auch den Magistrat besetzen, scheinen sich doch bewegt zu haben. Nun denn, Vorschuss tut manchmal ganz gut.
Herold Binsack

Nebenzentren höhlen Innenstadt aus, 13.06.09

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