Bewährung ausgeschlossen

Bewährung ausgeschlossen
„Wir müssen den Arbeitnehmern eine Perspektive geben“, fordert er, „nur dann werden sie bereit sein, die ganzen Zumutungen zu tragen, die auf sie zukommen.“ Das ist wohl der Punkt, auf den es ankommt. Die Herrschenden sind konzeptionslos und suchen nun verzweifelt nach neuen ideologischen Ankern. Patriotismus alten Stils reicht wohl nicht mehr aus, um den Menschen Hunger, Elend, evtl. auch Krieg und Tod akzeptabel zu machen. In der Tat, er stellt die richtigen Fragen. Was kommt nach der Kurzarbeit, oder auch: was kommt nach den Konjunkturprogrammen? Eine grausame gähnende Leere wohl. Wenn, ja wenn den Menschen nichts einfällt. Die gesellschaftliche Krise ist natürlich auch eine Sinnkrise, aber in Zeiten von Wirtschaftskrisen ist sie eine existenzielle – da helfen auch keine faulen Konzepte. Alle Konzepte werden da auf ihre Substanz hin abgeklopft. Vergessen Sie das nicht Herr Hartz, sonst werden Sie womöglich der erste sein, der für seine faulen Phrasen zu zahlen hätte, aus eigener Tasche gar. Denn im Kapitalismus ist die Perspektive generell ausgeschlossen, für Arbeitnehmer allemal. Und auch für Herrn Hartz könnte es dann heißen: Bewährung ausgeschlossen.

http://www.faz.net/Ideen gegen die Krise: Der Traum von Hartz fünf, 01.06.09

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