„Todo por la patria“

„Todo por la patria“
Aznar braucht sie, weil er ein politischer Reaktionär war und immer noch ist, ein jener, dem die Nabelschnur an das unselige Francoregime noch nicht wirklich gekappt ist. Einer der in Spanien mehr Feinde als Freunde haben dürfte, vielleicht gar die meisten davon in den eigenen Anhängerkreisen. Denn die Diadochenkämpfe folgen immer dem gleichen Prinzip: Jeder nehme für sich so viel er kann, von dem Kuchen, bevor das Volk bemerkt, dass da was zu verteilen war. Und daher ist das Volk (vorerst) gar nicht der Gegner. Und auch diese Leute sind bewaffnet und personengeschützt, jeder von ihnen also eine kleine Armee im Schlepptau. Wie anders hätte man die zu belastend gewordenen Spezialeinheiten der Guardia Civil und des faschistischen Geheimdienstes unterbringen sollen? Im regulären Staatsdienst, wo sie immer noch reichlich präsent sind, wären sie eher eine Gefahr als von Nutzen (so wie zuletzt wieder mal am 23. Februar 1981 bewiesen). So auch bleibt er erhalten, der schwarze Schatten der alten Diktatur, angeheftet an jene Männer, die auch ohne dunkle Sonnenbrille und Personenschützer Angst einflößend genug sind, was wohl auch immer noch ihre eigentliche offizielle/inoffizielle Mission ist. Todo por la patria (alles für das Vaterland).

faz.net/Spanien: Selbstverteidigung, 08.06.09

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