Ab-Wrack-Staat

Schaupensteiner in den Ruhestand?
So hätte es gehen können, wenn er noch Beamter wäre. Nun aber wird er in der Privatwirtschaft seines Postens enthoben – mit ner Abfindung, denke ich wohl. Da er aber noch nicht wirklich lange in diesem Geschäft ist, wird die nicht so dicke sein. Ob er eine Rückkehroption zur Frankfurter Staatsanwaltschaft hat? Oder schreibt er jetzt ein Buch über eines „Wolfgangs Reisen“, in die Welt da unten, ganz unten (oder war es oben?) – Dantes Hölle wird es wohl nicht gewesen sein, nicht für ihn – , aber immerhin dort, wo er vor Jahren nur die Spitze von hat sehen können, die Korruptionsspitze. Er wird jetzt wohl aus erster Hand informiert sein. Die Welt lauscht gespannt.

Wolfgang Schaupensteiner – ein Fanantiker?
@Teuber: Das hätte ich gerne im Original gesehen, wo Wolfgang Schaupensteiner „fanatisch“ gerne jedes „Mittel zum Zweck“ eingesetzt gesehen hätte. Ich persönlich – und ich bin ihm vor Jahren mal ganz privat begegnet – halte ihn nach wie vor für integer. Mag sein, dass seine Vorstellung, den Schmutz einer Gesellschaft hervor kehren zu wollen, ein wenig befremdet, angesichts der Tatsache, dass eine jene Gesellschaft diesen Schmutz als Schmiermittel betrachtet. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er wirklich jemals so naiv gewesen ist, oder ob er recht früh seine Grenzen erkannt hat. Warum hat er wohl die Staatsanwaltschaft in Frankfurt verlassen? Ich persönlich denke, dass er an ganz prominenter Stelle gestoppt wurde. Und dass er sich besseres vorstellen wollte, als den Hampelmann für ein paar reingewaschene Saubermänner zu spielen, das könnte ich annehmen. Wohl gemerkt, das sind nur so ein paar Ideen von jemand, der seinen Werdegang schon einige Zeit interessiert verfolgt. Dass er ausgerechnet zur Deutschen Bahn wechselt, war auch mir immer ein Rätsel, wo doch gerade diese Bahn, ähnlich wie ihre Schwestern, die Telekom, die Post, nicht nur Dreck unter den Fingernägeln hat. Ein wenig naiv wird er wohl sein, oder ganz abgekocht. Wir werden es noch erfahren. Ganz sicher.

Ab-Wrack-Staat
Die Sache bei der Bahn ist ein Skandal. Die Frage ist nur noch: was ist der eigentliche Skandal daran? Dass es zu solchen, den Datenschutz (und wer weiß, welche Rechte noch alles) ignorierenden, Massenüberprüfungen gekommen ist, oder dass es womöglich einen Grund/viele Gründe (nicht eine Berechtigung!) dafür gegeben hat? Es wird ja nicht wirklich was erzählt. So kann die Öffentlichkeit nur spekulieren. Spekulieren wir mal, dass es dort zu massenhaften Delikten in der Art gekommen ist, wie man sie sich beinahe vorstellen kann. Ein Selbstbedienungsladen, von oben nach unten durchorganisiert, sprich: durchgereicht. Es fängt damit an, dass von der Politik Strohmänner/abgehalfterte Politiker/für „gute Dienste“ zu belohnende Gewerkschaftsbosse, nach dort „delegiert“ wurden – in gutdotierte Positionen natürlich – und endet vielleicht dort, wo in der Phase der Auflösung als Staatsunternehmen, sich Teile davon, eigenmächtig haben davon machen wollen, vielleicht mit ein paar Schienenteile unterm Arm, die eigene, ganze persönliche, Abwrackprämie einkassierend. – Weiß man’s? Überhaupt: gibt es einen treffenderen Metapher, als diesen Bahnskandal – für den Ab-Wrack-Staat?

faz.net/Deutsche Bahn: Grube fegt durch: Gleich vier Vorstände müssen gehen, 13.05.09

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