Auf „abstrakter Arbeit“ gelagert

Auf „abstrakter Arbeit“ gelagert
Hinter der „Eigentumsgesellschaft“, welche Heinsohn nicht ganz zu Unrecht, aber wenig originell, als das Wesen unserer Wirtschaft, einer jenen „Zaunwirtschaft“ bezeichnet, verbirgt sich ein noch abstrakterer Begriff: „abstrakte Arbeit“. Das Eigentum bildet den Zaun, aber der Zaun ist gebildet aus abstrakter Arbeit. Und es war niemand anders als Karl Marx, der das aufdeckte. Heinsohn möchte sich mit seinen Begriffen und Kategorien von Marx abheben – wer möchte das nicht? -, das schafft er aber nur, in dem er ihn ignoriert. – Schwacher Versuch! Das Eigentum an Produktionsmitteln, die Verfügungsgewalt über die Ware Arbeit, all das sind wesentliche Formbestimmungen unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Sie wären aber ohne Substanz, wären sie nicht auf „abstrakter Arbeit“ gelagert. Ja mehr noch: Das ganze Wertverhältnis lässt sich ohne Analyse von „abstrakter Arbeit“ nicht verstehen (Aristoteles musste hier passen, vgl. Marx, Kapital, Bd. I), denn „abstrakte Arbeit“ ist ein gesellschaftlicher Begriff, welcher Lohnarbeit voraussetzt, einer solchen, die nur als solche „Wert“ und „Mehrwert“ generiert, und damit auch die Grundlage schafft für den Zins, welcher ja nur Teil des Mehrwertes ist.
faz.net/Gunnar Heinsohn: Die Zukunft des Kapitalismus (5)-Die nächste Blase schwillt schon, 22.05.09

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