Das Hütchenspiel der Finanzindustrie scheint am Ende
„Wer Firmenanleihen oder andere Aktiva geschickt bündelt, kann ein Anlageprodukt schaffen, das mehr wert ist als die Summe seiner Teile.“ Nett, wie hier die Dialektik als Hütchenspiel verstanden wird. Das Ganze ist deswegen mehr als die Summe der Teile, da im Ganzen die Bewegung hin zum Zukünftigen enthalten ist. Und interessant dies Eingeständnis, dass die Derivateproduktion die Schulden eben nicht nur auf die Gegenwart Aller verteilt, sondern eben auf deren Zukunft. Dennoch: die Dialektik ist hier fehl am Platze. Es wird ja nichts Neues geschaffen, etwa gar neuer Mehrwert generiert, auch nicht hin zur Zukunft. Doch während die Kapitalrendite bei vielleicht 4 % stagniert, soll sich ja, lt. Herrn Ackermanns Empfehlung, das eingesetzte Geldkapital mit 25 % verzinsen. Wo die Ausbeutung der Lohnarbeit 4 % Profit ermöglicht, will die Bank 25 %. Man muss den Satz nur aussprechen, um klar zu erkennen, was hier gerade passiert: Das Hütchenspiel der „Finanzindustrie“ scheint am Ende.
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