Es lebe die Diktatur der Experten

Es lebe die Diktatur der Experten
Ich kann mir vorstellen, dass die hysterisch gewordene bürgerliche Klasse dieses Projekt gerne finanziert sähe. Doch wenn das nicht die Matrix schüfe für jene längst beschworene Diktatur der Experten, wird es günstigstenfalls ein Ergebnis liefern, das absehbar gewesen wäre. Es wird sozusagen datengestützt belegen, wie Chaos und Kapitalismus zusammenfallen, ja wie das eine das jeweils andere bedingt. Es sei denn, der Kapitalismus suchte nach einem Weg der Selbstauflösung. Solange es Klassen und Klassenkampf gibt, haben die Menschen mehr als einen Grund solchen „Visionen“ zu misstrauen. Die Selbstorganisation wird sich automatisch sozusagen einstellen, und dann wird sie auch technisch unterstützbar sein, wo alle menschlichen Bedürfnisse, Leidenschaften wie Befähigungen lückenlos und vorurteilsbefreit und zum Vorteil Aller kombiniert werden können. Verrate mir einer wie eines Ackermanns Wünsche nach 25 % Verzinsung seines Kapitals mit meinem Desinteresse an solchen Wünschen zusammenpassen?

Die „befreite“ Bürokratie
@Hammer: Wenn Sie den Klassenkampf nicht sehen, dann ist es Ihnen auch nicht möglich zu erkennen, was die realen Triebkräfte sind, die den Kapitalismus genau dorthin geführt haben, wo er sich jetzt befindet. Getrieben vom tendenziellen Fall der Profitrate, und damit bedroht von der sozialistischen Revolution, unterwirft sich das Kapital blind seinen Metamorphosen. Die aktuelle Metamorphose, also jenes von Ihnen so benannte „Konglomerat aus halbstaatlichem Finanz- und Konzernwesen und totaler Bürokratie“, zeigt was „Globalisierung“ bedeutet: Zerstörung der nationalen Bourgeoisien, wie im übrigen aller nationalen Klassen. Die nationalstaatliche Bürokratie bleibt, obwohl sie selber auf der Abwicklungsagenda steht, das einzige Werkzeug. Um sie dahin zu bewegen muss sie „befreit“ werden von den nationalen Parlamenten. Die EG-Bürokratie ist das idealtypische Beispiel hierfür. „Sozialistisch“ ist allenfalls nur eine „Tendenz“, die sich aus dem Klassenwiderspruch von Kapital und Arbeit ergibt.

Des Menschen schwierigstes Rätsel
Demnach wäre jede Wissenschaft „Hybris„. Übrigens halte ich es für Hybris Herr sein zu wollen über die eigenen Leidenschaften. Besprechen Sie sich diesbezüglich mal mit Wolf Singer! Auf welche Weise wir Menschen ticken, ist ihm nach klar determiniert, also nicht beeinflussbar. Ich glaube das so wohl nicht, denn mir scheinen die Faktoren noch nicht völlig enträtselt, doch ist genau dieses Rätsel des Menschen schwierigstes. Doch wo eines Singers blinder da mechanischer Materialismus versagen muss, hülfe vielleicht eines Hegels, bzw. Marx‘ Dialektik.

faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/forschung-an-der-zukunftsmaschine-die-berechnung-der-welt

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2 Trackbacks

  • Von Herrschaftswissen zu erwerben ist leicht – für die Herrschenden am 19. Februar 2013 um 20:16 Uhr veröffentlicht

    […] eines Wolf Singers scheinbar neurowissenschaftlich untermauerte Behauptung bzgl. des fehlenden freien Willens. Ich habe mich wiederholt damit auseinander […]

  • Von Negative Dialektik am 13. Juni 2013 um 19:26 Uhr veröffentlicht

    […] fremdes Verschulden, im vollen Sinne des Wortes, und was ist „selbstverschuldet“. Die Antworten Wolf Singers greifen mir eh zu kurz. Die „selbstverschuldete Unmündigkeit“ wird dort wie hier der dialektischen Betrachtung […]

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