Distanz zur Rollendistanz

Distanz zur Rollendistanz
Die Frage der Rollendistanz hat nur dann eine Bedeutung, wenn man ihr selber mit einer gewissen Distanz begegnet. Es mag so aussehen, als wäre Wulff diesbezüglich ein Sonderfall (im Amt). Tatsache scheint aber, dass genau solche Amtsträger im Moment en voque sind. In Italien (war es) Berlusconi, in Frankreich (ist es immer noch) Sarkozy. Um mal nur zwei zu nennen. „Distanzlosigkeit“ vermittelt sich als Gegenstück zu „einer Zeit“ (einer Gesellschaft) in derer die Menschen sich diesbezüglich vor lauter Distanz nicht mehr zu schützen wissen. So geht etwas verloren, was dem früheren Menschen als Authentizität vertraut war. Jeder vermag nun Jedermanns Rolle ausfüllen. Daher diese Sehnsucht nach politischen Repräsentanten die noch die Rolle „Mensch“ spielen. Eines Wulffs „Selbstverkennung“ wirkt somit bestens inszeniert, der Rolle angepasst, die das Volk von ihm erwartet/zu erwarten scheint. Vom Absturz nur bedroht, wenn er nach einer der beiden möglichen Abweichungen hin übertreibt.

faz.net/aktuell/feuilleton/ein-praesidiales-selbstmissverstaendnis-er-weiss-nicht-was-seine-rolle-bedeutet-17-01-12

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