Ein Zombie nach dem anderen

Ein Zombie nach dem anderen
„Hier liegt die entscheidende Stärke eines marktwirtschaftlichen, freiheitlichen Systems…“ Mag, sein, richtiger wäre wohl aber, wenn da stünde „lag“. Denn diese Stärke markiert eben nur die Vergangenheit des Kapitalismus. Mit ein Grund für vielleicht, warum selbst ein Marx, des Kapitalismus gründlichster Kritiker also, selbst im „Das Kapital“ bzgl. eben dieser „revolutionären Seite des Kapitals“ geradezu schwärmte. Doch warnte er zugleich schon vor dessen Zukunft. Ist diese Zukunft nämlich eine klassenlose Gesellschaft („Kommunismus“) oder eben „Barbarei“. Ein Kapitalismus, der versucht sich über seine Zeit zu retten, barbarisiert. Er geht schwanger mit dem Sozialismus, gebärt aber nur einen Zombie nach dem anderen. Freiheit und Markt passen längst nicht mehr zusammen, daher wird mal die Freiheit, dann der Markt beschnitten. Schwankend, wie ein Leck geschlagenes Schiff, neigt ein solcher – nunmehr selber Zombie – mal in Richtung Sozialismus, mal zur Barbarei.

Totalbankrott
Wunderbar, Hans Meier, dem möchte ich nur hinzufügen: Nicht nur die „alte Elite“ ist bankrott, sondern gleich mit dieser jener offenbar ewig junge, ergo: „alternativlos“ scheinen wollende, Kapitalismus.

Die Wahrheit ist immer konkret
Umgangssprachlich bedeutet im „Prinzip gut“ genau das Gegenteil von gut. Oder, um jetzt mit Marx zu reden: Die Wahrheit ist immer konkret. Es gibt nur den einen Kapitalismus. Und dieser sieht jetzt so aus, dass er sich vom Steuerzahler generalüberholen lässt. Denn das bedeutet „Bankenrettung“. Das Prinzip „Marktwirtschaft“ heißt also jetzt Bankenrettung. (Die Unkenrufe gewisser Neoliberaler sind nur Schall und Rauch, bzw. Ausdruck gewisser Interessen.) Dahinter geschaut, geht es nicht nur um die Banken, sondern um das System Kapitalismus. Die Banken sind die Arterien des Kapitals. Und wo es in allen bisherigen Finanzkrisen offenbar genügte, die Arterien jeweils zu entkalken, lässt sich das Kapital nunmehr neue Arterien verlegen. Man nennt das auch „Finanzproduktion“. Und diese scheint zum Selbstzweck geworden zu sein. Und das verweist auf das Ende des Systems Kapitalismus, bzw. „Marktwirtschaft“.

faz.net/aktuell/wirtschaft/gastbeitrag-der-weg-in-die-knechtschaft-11-12-11

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2 Trackbacks

  • Von Die Ironie des Kapitals und der Wert der Ware Arbeitskraft am 15. Dezember 2011 um 14:56 Uhr veröffentlicht

    […] Sie die Ironie des Kapitals nicht, nämlich, dass dieses mit dem Sozialismus schwanger geht (vgl.: „Ein Zombie nach dem anderen“). Wenn Sie formulieren würden, „dass a u c h der Bürger nur noch für die einfache Reproduktion […]

  • Von Geschichte und Parageschichte, Gestalt und Gespenst am 25. Januar 2012 um 15:43 Uhr veröffentlicht

    […] dann aber wirklich mal ausgetragen wird, das dürften sie nicht wirklich geahnt haben. „Kommunismus oder Barbarei“, mahnte dennoch – daran ahnend – ihr […]

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