„Seht, welch Unrecht ich erdulde!“

„Seht, welch Unrecht ich erdulde!“
Nun gut: Er ist kein Nationalist, kein Kommunist und auch kein Antisemit. Wir müssen es ihm nun glauben. Denn ist er doch Nihilist! Nur was sagt uns all dieser nihilistische Weltschmerz? Dass Gott ihm/uns fehlt? Was erfahren wir? Die Moderne ersetzt den Mangel an Rechtfertigung durch Rechthaberei. In der Postmoderne fehlt gar die Notwendigkeit des Rechthabens. Doppelter Mangel, doppelter Schmerz. Ist das Alles, möchte man fragen? Es gibt kein Recht mehr, kein Recht haben, also zurück zu Gott? Und sei es in der Form der Verneinung der Bejahung, pardon: der Bejahung der Verneinung. Nein, Gott ist abwesend, hören wir auch durch Walser. Doch indem wir das endlich erkennen, die Verneinung bejahen, erhalten wir das was uns fehlt. Das Bewusstsein ob dieses Mangels. Eine aporetische Sackgasse, wie ich meine. Denn erfahren wir etwa, wohin das führt? Will dies doch nicht darstellbar sein. (Nur als doppelte Negation – was wir allerdings nicht erfahren!) Genießen wir sie – diese absolute Dissonanz!

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  • Von Marcel Reich-Ranicki gestorben am 19. September 2013 um 22:55 Uhr veröffentlicht

    […] Ein Martin Walser muss ihm da sehr gelegen gekommen sein. Schirrmacher persönlich war es, der Walser zunächst exkommunizierte und dann wieder rehabilitierte. Auch die Kritik an Walser und dessen […]

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