Der größte Idiot hat Zugriff auf die Wahrheit

Der größte Idiot hat Zugriff auf die Wahrheit
Ich habe den Gorilla gesehen. Weis natürlich nicht, ob das daher kommt, weil ich durch Strobls Text darauf aufmerksam gemacht worden bin, oder weil mich „Spiele“ als solche eh nicht interessieren. Und ich somit dazu neige die „Hintergründe“ (nicht nur im abstrakten Sinne, sondern durchaus die Umgebung, den Vordergrund, die Randerscheinungen…) erfassen zu wollen. Und ich stimme Schoenbauer (ich grüße Sie, habe Sie schon vermisst) zu: Das „Ding an sich“ ist hier etwas konstruiert. Und auch wenn ich mir bewusst bin, dass Wahrnehmung nicht wenig mit der theoretischen (resp. auch neurophysiologischen quasi Apriori-) Konstruktion zu tun hat (und nur im Hinblick darauf haben wir einen gewissen Zugriff zu den „Dingen an sich“, allerdings wahrlich nur sehr abstrakt/wesenhaft/ lückenhaft, denn nur unsere Gehirnströme haben diesen, resp.: mithilfe der Theorie erarbeiten wir uns ein entsprechendes Abstraktum, ein Abbild, einen Bauplan, eine Struktur, eine Systematik…), so will ich doch annehmen, dass selbst der größte Ignorant, bzw. der – neurologisch besehen – größte Idiot, Zugriff auf das hat, was wir „Wahrheit“ nennen.

Doch wie viel wir von dieser Wahrheit erhalten, ist doch sehr davon abhängig wie sehr unsere Persönlichkeit von dieser selber modelliert ist. Also wie wahrhaftig unser „Selbst“ ist. Von dem wir allerdings wissen (sollten), dass genau dieses eine Illusion ist. In Bezug auf die Bedeutung dieser oder jener Wahrheit ist die Welt so groß wie sie Einwohner hat. Jeder deutet sie anders. Natürlich auch abhängig davon, wie viel jener Einwohner von der Wahrheit wissen kann. Dennoch: selbst wenn wir alle denselben Zugang zur Wahrheit hätten, würden wir sie vermutlich trotzdem unterschiedlich deuten. Abhängig vom Temperament, den Gefühlen, also letztlich unserem ganz persönlichen Stoffwechsel. Also nicht nur abhängig von dem was wir trinken – nicht nur an Alkohol gedacht jetzt -, sondern vor allem was wir essen (und wie wir essen) ist unsere Wahrnehmung entsprechend konditioniert. Unser Hormonsystem kann die Wahrheit riechen und richtet unsere Wahrnehmung entsprechend aus. Also man kann den Gorilla sehen. Das ist evident. Nur warum ihn die einen nicht sehen, also da eine blinden Fleck haben, und die anderen gerade diesen und eben nicht die weißen T-Shirts, das bleibt doch die spannende Frage.

faz.net/blogs/formfrei/archive/2011/09/09/spiel-und-spass-mit-nlp

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