Dem Einen die Transferleistung, dem Anderen die Sozialleistung

Dem Einen die Transferleistung, dem Anderen die Sozialleistung
„Wir alle in Europa werden das mit einem gewaltigen Verzicht an Lebensstandard bezahlen.“ Man kann es auch so formulieren: Die Transferunion wird als die schlechteste aller Lösungen erkannt, dennoch als die einzig mögliche betrieben. In der Perspektive Frau Ostermanns scheint die „ethischere“, dennoch obsolete, Option durch – dem Unternehmer wird (wieder) Risikobereitschaft abverlangt. Also auch die Bereitschaft zum Verzicht auf „Lebensstandard“. Massenunruhen werden hier als Teil der Krisenbewältigung einkalkuliert. Dieses Konzept funktionierte solange, wie sich das Kapital gerade in der Bewältigung der Massenunruhen bestätigt sah. – Es kann nur besser werden, so das jedesmalige Versprechen. Die Massen wurden dann ggfls. politisch in eine dem Kapital nützliche Bewegung umgeleitet. In eine in aller Regel chauvinistische. All das dürfte heute so nicht mehr funktionieren. Es droht die Gefahr, dass die Massen selbst in solchen Situationen apathisch bleiben. Resp. ihre Unruhen außer (sozialer) Kontrolle gerieten. Sie sind so befriedet, dass der soziale Frieden gefährdet ist. So gibt man dem Kaiser (Kapital), was dem Kaiser gebührt und Gott (Massen), was dieser wünscht. Dem Einen die Transferleistung, dem Anderen die Sozialleistung.

Das zynische Geschäft mit der „Wette“
@Orti: Darin zeigt sich vor allem eine gewisse ökonomische „Notwendigkeit“. Die Diskontierung von Wechsel ist insofern überholt als die Wertschöpfung aus realen Werten es scheint. Ich sagte scheint. Denn selbstredend wird weiterhin nur aus den realen Werten Wert geschöpft – Mehrwert. Doch die Verzinsung des eingesetzten Kapitals leidet unter dem tendenziellen Fall der Profitrate. Überdurchschnittliche Profite – Maximalprofite – werden nur noch dank einer marktbeherrschenden/staatsbeherrschenden Stellung (wie in der Energiewirtschaft oder Sicherheitsindustrie z.B.) und/oder eben im Finanzsektor gemacht. Im Finanzsektor wird allerdings Mehrwert verzehrt. (Und auch die marktbeherrschenden Unternehmen machen mehr Profite mit der Spekulation um ihre Unternehmen als mit den Unternehmen). Die Finanzindustrie (ein wahrhaft verschleiernder Begriff) ist sich diesbezüglich insofern bewusst, als in der letzten Finanzkrise deutlich wurde, wie groß dieser Verzehr ist. „Sichere“ Profite (mehrwertverzehrende somit) werden nur noch auf hochspekulativem Wege realisiert – um die Produktion, nicht in der Produktion, um den Kredit, nicht mit dem Kredit. Zynisch wird auf eine Zukunft „gewettet“, die eigentlich schon als verloren erkannt ist.

www.faz.net/hilfen-fuer-die-eurolaender-ein-streitgespraech-schuldenschnitt-und-wer-zahlt-02-09-2011

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