Die Offensive der Konkursmasse

Die Offensive der Konkursmasse
Es wurde uns bisher eine Bauernpolitik offeriert, die gewisse Erfahrungen aus der Weimarer Zeit „kritisch“ aufzuarbeiten vorgab. Und doch zeigte sich genau darin die Fortsetzung eben genau dieser Politik, nur diesbezüglich mit anderen Mitteln. Hoffnungslos verarmte Bauern, hungernde Arbeiter und eine von Pleiten gebeutelte Agrarindustrie stellten jenes merkwürdige soziale Gemisch her, welches dann die deutschen Faschisten dazu ermutigte, sich als „Nationalsozialisten“ zu präsentieren – Sozialisten für die Einen, Nationalisten für die Anderen. Hitler versprach allen garantierte Einkommen im Rücken der Front. Und auch die EG scheint nunmehr genau dieser Linie folgen zu wollen. Nur die „Front“ zeigt sich zurzeit nicht als militärische, wenn auch der Krieg in Europa schon ausgebrochen ist. Und damit meine ich nicht den „Krieg“ in London, den auch, denn der nicht mehr zu bändigende Finanzkrieg, der sich dort ja offenbart, scheint in seine heiße Phase überzugehen. Die quasi an die Sozialhilfe angelehnte Alimentierung einer Masse, die derart inhomogen ist, wie die sog. Bauernschaft, bereitet den Boden für eine reaktionäre Offensive – genau jener Masse. Und zwar dann, wenn diese Masse endlich begreift, was sie ist, nämlich Konkursmasse.

faz.net/agrarkommentar-rueckfall-in-die-achtziger-jahre-11-08-2011

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